Letztes Update am Do, 02.05.2019 13:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prognose: Zahl der deutschen Kirchenmitglieder halbiert sich bis 2060



Frankfurt am Main (APA/dpa/AFP) - Die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland geht einer Studie zufolge bis 2060 um 49 Prozent auf 22,7 Millionen zurück. Zu dieser Prognose kommt eine Untersuchung der Universität Freiburg. Die Studie des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) wurde am Donnerstag gemeinsam von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlicht.

Für die Studie gingen die Forscher um den Freiburger Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen davon aus, dass sich Taufen sowie Kirchenaustritte und -eintritte so entwickeln wie in den vergangenen Jahren. Demnach wird die Zahl der Kirchenmitglieder bis zum Jahr 2035 um 22 Prozent sinken und bis 2060 um 49 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

Derzeit gehören in Deutschland von den knapp 83 Millionen Einwohnern 23,5 Millionen Menschen der Katholischen und 21,9 Millionen der Evangelischen Kirche an. Die Zahl der Gottesdienstbesuche liegt bei weniger als einem Zehntel davon. Schon in wenigen Jahren dürfte die Zahl der Kirchenmitglieder auf weniger als die Hälfte der Bevölkerung sinken.

Die demografische Entwicklung - nämlich dass mehr Menschen sterben als geboren werden oder zuwandern - wird demnach bis 2060 für 21 Prozentpunkte an Mitgliedsrückgang verantwortlich sein. Einen noch größeren Anteil ergeben zusammen die sinkenden Zahlen von Taufen und deutlich mehr Kirchenaustritte als -eintritte. Dadurch sinken die Mitgliederzahlen um 28 Prozent, so die Studienmacher.

Mit der sinkenden Zahl der Mitglieder verringert sich demnach auch der finanzielle Spielraum erheblich. Um sich die gleichen Ausgaben zu leisten wie im Jahr 2017 bräuchten die Kirchen im Jahr 2060 Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 25 Milliarden Euro. Zur Verfügung stehen werde ihnen aber nur knapp die Hälfte.




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