Letztes Update am Do, 02.05.2019 14:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kriminalstatistik - 8,5 Prozent weniger Anzeigen in Kärnten



Klagenfurt (APA) - Die Gesamtkriminalität in Kärnten ist im Jahr 2018 um 8,5 Prozent gesunken. Wie Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß am Donnerstag in Klagenfurt vor Journalisten sagte, sei gleichzeitig die Aufklärungsquote auf den Höchststand von 58,9 Prozent gestiegen. Mehr Anzeigen gab es 2018 nach dem Suchtmittelgesetz und bei Cyberkriminalität, es wurden aber zum Beispiel weniger Einbrüche verzeichnet.

Insgesamt wurden in Kärnten im vergangenen Jahr 23.516 Fälle angezeigt, um über 2.000 Fälle weniger als noch im Jahr zuvor. Um 9,9 Prozent auf 2.428 Fälle gestiegen ist jedoch die Zahl der Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz. Wie der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes, Herbert Rogl, erklärte, handle es sich dabei um „Kontrolldelikte“: „Je mehr Personal man für Ermittlungen in diesem Bereich einsetzt, desto höhere Fallzahlen bekommt man.“ Insgesamt lasse sich sagen, dass die Drogen auch im ländlichen Raum angekommen sind - und dass Heroin zu den „alltäglichen Drogen“ in Kärnten gehöre. An jeder Polizeiinspektion gibt es laut Rogl mindestens einen Beamten, der speziell für den Drogenbereich geschult ist. Massiv stieg 2018 auch die Zahl der Drogentoten, kärntenweit wurden 25 Tote verzeichnet, 2017 waren es 14.

Eine Steigerung hatte es auch in einem anderen Bereich gegeben: Im vergangenen Jahr waren 980 Fälle von Internetkriminalität angezeigt worden, 2017 waren es noch 895, was für 2018 eine Steigerung um 9,5 Prozent bedeutete.

Teilweise stark gesunken sind die Zahlen der angezeigten Eigentumsdelikte. 2018 wurden 2.488 Einbrüche angezeigt, was einen Rückgang gegenüber 2017 um 15,2 Prozent bedeutet. Um 16,7 Prozent sank die Zahl der angezeigten Diebstähle (von 5.146 im Jahr 2017 auf 4.285 im Jahr 2018). Und einen Rückgang bei angezeigten Raubdelikten hatte man ebenfalls verzeichnet, allerdings auf einem wesentlich geringeren Niveau - nach 51 Anzeigen im Jahr 2017 waren es im vergangenen Jahr 46. Auffallend ist hier, dass es im Jahr 2018 in Kärnten keinen einzigen Banküberfall gegeben hatte, das war bereits in den Jahren 2013 und 2008 der Fall gewesen.

Die teilweise massiven Rückgänge seien durch mehrere Faktoren begründet, erklärte Kohlweiß: „Wenn eine Serie bei Eigentumsdelikten aufgeklärt wird, sieht man einen Bruch in der Statistik.“ Außerdem habe es in letzter Zeit vermehrt Präventionsprojekte gegeben, auch die Spurensicherung habe gute Arbeit geleistet. Wie Rogl sagte, handle es sich bei Eigentumsdelikten oft um Beschaffungskriminalität von Süchtigen - wobei es sich nicht nur um Drogenabhängige, sondern auch um Spielsüchtige oder Alkoholabhängige handle.

Einen Rückgang von 14,7 Prozent hatte es 2018 bei den angezeigten Gewaltdelikten gegeben. Der Stand von 3.279 Anzeigen ist der niedrigste der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote lag hier bei 86,2 Prozent. Interessant ist, dass es in 2.196 der angezeigten Fälle eine Beziehung zwischen Opfer und Täter gab, wie etwa eine Bekanntschaft oder eine familiäre Beziehung.

Insgesamt wurden in Kärnten im vergangenen Jahr 16.561 Tatverdächtige ausgeforscht. 24,6 Prozent (4.082) waren keine österreichischen Staatsbürger. Die Statistik der häufigsten Herkunftsländer der fremden Tatverdächtigen führt Deutschland (586) vor Bosnien-Herzegowina (457) und Rumänien (404) an.

Auf den Kärntner Straßen verloren im vergangenen Jahr 30 Menschen ihr Leben, genauso viele wie schon 2017. Gleichzeitig gab es um 7,6 Prozent weniger Unfälle mit Personenschaden. 2018 hatte es 1.939 Anzeigen wegen Alkoholisierung im Straßenverkehr gegeben, was eine Zunahme von 121 Delikten bedeutet. Insgesamt hatte es im Straßenverkehr 551.279 Verwaltungsanzeigen gegeben, eine Zunahme von 11.494 Anzeigen gegenüber 2017.




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