Letztes Update am Do, 02.05.2019 14:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO: Mehr als 50.000 Vertriebene nach Kämpfen in Ostafghanistan



Kabul (APA/dpa) - In Ostafghanistan sind innerhalb weniger Tage mehr als 56.000 Menschen aus ihren Heimatdörfern in der Provinz Nangarhar vor Gefechten geflohen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor.

Ein Sprecher des Provinzgouverneurs sagte, die Menschen seien vor Kämpfen zwischen radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflüchtet, die vor rund acht Tagen begonnen hatten.

In dem UN-Bericht heißt es, die Binnenflüchtlinge aus den zwei Bezirken Khogyani und Sherzad hätten jedes zur Verfügung stehende Transportmittel genutzt, um wegzukommen und nichts von ihrem Eigentum mitnehmen können. Sie seien vor allem in zwei Nachbarbezirke geflohen, die aber selbst in der Vergangenheit bereits viele Binnenflüchtlinge aus Nangarhar, aber auch den Nachbarprovinzen Kunar oder Laghman aufgenommen hatten. Auch der Großteil der Rückkehrer aus Pakistan habe sich dort angesiedelt. Unterkünfte seien daher knapp und die Mieten hoch.

Laut dem Gouverneurssprecher führten drei Tage nach Beginn der Kämpfe auch die afghanischen Streitkräfte Operationen und Luftangriffe in dem Gebiet aus. Die Kämpfe seien nun abgeflaut. Über Tote und Verletzte gebe es keine Informationen.

Die Terrormiliz IS hat seit Anfang 2015 eine Präsenz in Afghanistan. Sie wird von den USA und der afghanischen Regierung bekämpft, regelmäßig aber auch von den Taliban.

Von Jänner bis 22. April mussten knapp 80 000 Afghanen wegen des Konflikts ihre Dörfer verlassen. 2018 hatten die UN rund 380 000 Kriegsbinnenflüchtlinge registriert. Ob die im Vorjahr Vertriebenen weiter ohne Heimat sind, ist laut UN unter anderem wegen mangelnden Zugangs zu umkämpften Provinzen schwer festzustellen.




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