Letztes Update am Do, 02.05.2019 15:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Künftiger ukrainischer Präsident: Unfreundliche Schritte Russlands



Kiew (APA/dpa) - Der künftige ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Hoffnungen auf eine baldige Annäherung seines Landes an Russland gedämpft. „Die Realität ist derart, dass heute nach der Annexion der (Halbinsel) Krim und der Aggression im Donbass vom „Gemeinsamen“ nur eines blieb: die Staatsgrenze“, teilte der 41-Jährige am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit.

Russland müsse zuerst die Kontrolle über die 2.295 Kilometer Grenze vollständig an Kiew zurückgeben, bevor wieder „Gemeinsames“ gesucht werden könne. Seit 2014 kontrollieren in den Regionen Luhansk und Donezk knapp 400 Kilometer der ukrainisch-russischen Grenze von Moskau unterstützte Separatisten.

Das kürzlich verhängte Exportverbot für Erdölprodukte, die Ausgabe russischer Pässe an Ukrainer sowie Landsleute in russischer Haft seien weitere unfreundliche Schritte des Nachbarn gewesen. „Und ‚brüderlich‘ können solche Beziehungen überhaupt nicht genannt werden“, betonte der ehemalige Schauspieler. Gleichzeitig begrüßte er Diskussionen zwischen ukrainischen und russischen Politikern im Internet.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch ein weiteres Dekret unterschrieben, mit dem er den Kreis von Berechtigten auf einen russischen Pass erweitert. Davon profitieren etwa Menschen, die auf der Krim geboren und diese vor der Annexion 2014 durch Russland verlassen haben. Bereits in der vergangenen Woche hatte Putin geregelt, dass ukrainische Bürger in Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk leichter russische Pässe bekommen sollen.

Seit der russischen Einverleibung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim und der anschließenden Unterstützung ostukrainischer Rebellen durch den Kreml sind die Beziehungen der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken zerrüttet. Selenskyj war am 21. April in einer Stichwahl gegen den Amtsinhaber Petro Poroschenko zum neuen Präsidenten der Ukraine gewählt worden. Die Amtseinführung wird für Ende Mai erwartet.




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