Letztes Update am Do, 02.05.2019 15:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kriminalstatistik - Weniger Anzeigen und höhere Aufklärungsrate in NÖ



St. Pölten (APA) - Weniger Anzeigen, erhöhte Aufklärungsrate - die niederösterreichische Kriminalstatistik 2018 hat in diesen zwei Kernpunkten den bundesweiten Trend bestätigt. Angezeigt wurden 67.122 Straftaten, das bedeutet verglichen mit 2017 ein Minus von 6,1 Prozent. In Sachen Aufklärung stieg die Quote um 2,8 auf 53,6 Prozentpunkte, gab die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Donnerstag bekannt.

Franz Popp, stellvertretender Landespolizeidirektor, sprach bei einer Pressekonferenz in St. Pölten von einem „sehr erfreulichen Ergebnis“. „Das ist mit Abstand der niedrigste Wert an angezeigten, gerichtlich strafbaren Handlungen seit Beginn der elektronischen Erfassung“, hielt Popp fest.

Hinsichtlich der drei Schwerpunkt-Kategorien der diesjährigen Kriminalstatistik wurde bei der Gewalt- und der Internetkriminalität ein Anstieg verzeichnet. 8.948 Gewaltdelikte und damit um 1,5 Prozent mehr als 2017 wurden zur Anzeige gebracht. Die Aufklärungsquote sank geringfügig auf 87,4 Prozent (2017: 88,2 Prozent), ist nach Angaben von Michael Renghofer, Leitender Beamter des Landeskriminalamts Niederösterreich, aber im Quervergleich mit den Jahren davor „tendenziell hoch“. Im Bezug auf angezeigte Raubdelikte sprach Renghofer von einem „permanenten Rückgang“. Gab es 2016 und 2017 noch 184 bzw. 168 Anzeigen, so waren es im vergangenen Jahr 137. Die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei 57,7 Prozent (2017: 52,4 Prozent).

In Sachen Internetkriminalität ortete Renghofer „auch weiterhin große Herausforderungen“. Die angezeigten Straftaten in diesem Segment stiegen um 6,5 Prozent, die Aufklärungsquote lag bei 36,4 Prozent. Ein großer Teil des Anzeigeplus bei der Internetkriminalität ist Renghofer zufolge auf die sogenannte sonstige Kriminalität im Internet zurückzuführen. Darunter fallen unter anderem Erpressungsmails, mit denen oftmals von sehr vielen Opfern mit einem Knopfdruck Geld gefordert wird. 524 Anzeigen aus 2018 stehen hier 229 aus dem Jahr 2017 gegenüber, dies entspricht einem Anstieg von 128,8 Prozent.

Einen Rückgang von neun Prozent verzeichnete die Landespolizeidirektion Niederösterreich bei den Eigentumsdelikten. 2018 wurden 23.659 Anzeigen und damit um 2.345 weniger als im Jahr davor erstattet.

Insgesamt wurden 43.097 Verdächtige ausgeforscht, das entspricht einem Plus von 8,9 Prozent. 14.268 oder 33,1 Prozent von ihnen waren keine österreichischen Staatsbürger (2017: 32,0 Prozent). Die häufigsten Herkunftsländer bei den Verdächtigen aus dem Ausland waren Rumänien (1.956), Serbien (980) sowie die Türkei (972).




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