Letztes Update am Do, 02.05.2019 19:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Josef H. kommt in rumänischer Korruptionsaffäre mit Bewährung davon



Bukarest (APA) - Der Österreicher Josef H., früherer lokaler Manager des Bauunternehmens Swietelsky in Rumänien, ist am Donnerstagnachmittag vom Landgericht Bukarest wegen Einflusskauf und Beihilfe zur Bestechung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Eingedenk seines umfangreichen Geständnisses setzten die Richter die Haftstrafe jedoch zur Bewährung aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, H. kann berufen.

Mit diesem Urteil gab das Gericht dem Antrag der Anklage statt, die für Josef. H. eine Bewährungsstrafe beantragt hatte, nachdem dieser in allen Anklagepunkten geständig gewesen war und monatelang mit den Ermittlern kooperiert hatte. Das Gericht ließ zudem mehr als eine Million Euro beschlagnahmen, die im Besitz des 56-Jährigen gefunden worden waren.

Dem 56-jährigen Österreicher hatte die Antikorruptionsbehörde DNA zur Last gelegt, als früherer „gesetzlicher Vertreter des Baukonsortiums Swietelsky-Wiebe-Takenaka“ ehemaligen hohen rumänischen Amtsträgern, darunter auch ein Ex-Finanzminister, zwischen 2005 und 2014 Millionen-Schmiergelder gezahlt zu haben, um den äußerst lukrativen Auftrag zur Sanierung einer 225 Kilometer langen Bahnstrecke an Land zu ziehen. Der Ex-Manager des Baukonzerns Swietelsky hatte den rumänischen Korruptionsjägern im März gestanden, den früheren, zu dem Zeitpunkt amtierenden Finanzminister der Regierung Tariceanu, Sebastian Vladescu, zweimal mit Zahlungen über 2.117.000 Euro bzw. 65.000 Euro bestochen und weiters die Einflussnahme des ehemaligen Staatssekretärs im Transportministerium, Constantin Dascalu, mit 1.114.000 Euro erkauft zu haben. Insgesamt sollen rund 20 Millionen Euro an Schmiergeldern geflossen sein, die, laut Josef. H., über Offshore-Firmen in mehreren Ratenzahlungen geflossen sind.

Gegen Ex-Minister Vladescu und die restlichen rumänischen Verdächtigen, die nach wie vor alle gegen sie erhobenen Vorwürfe bestreiten, laufen die strafrechtlichen Ermittlungen noch.




Kommentieren