Letztes Update am Fr, 03.05.2019 08:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FBI-Ermittler horchte Trump-Team zu möglichen Russland-Kontakten aus



Washington (APA/AFP) - Ein verdeckter Ermittler der US-Bundespolizei FBI hat einem Bericht der „New York Times“ zufolge das Kampagnenteam von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Russland-Kontakten im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf ausgehorcht. Der Ermittler, der sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter ausgegeben habe, habe sich im September 2016 mit Trump-Berater George Papadopoulos in einer Bar in London getroffen.

Das Gespräch zwei Monate vor der Wahl, die Trump ins Amt brachte, ergab jedoch keine „fruchtbaren Informationen“, wie es in dem Zeitungsbericht heißt. Sonderermittler Robert Mueller untersuchte fast zwei Jahre lang Kontakte zwischen dem Trump-Team und Russland während des Wahlkampfs 2016. Auch ging er dem Verdacht der Justizbehinderung durch den Präsidenten nach, unter anderem mit Blick auf die Entlassung von FBI-Chef James Comey im Mai 2017.

Im vergangenen März übermittelte Mueller seinen Abschlussbericht an Justizminister Bill Barr. Der Bericht wurde am 18. April veröffentlicht, wenn auch teilweise geschwärzt. Für illegale Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gibt es darin keine Bestätigung. Vom Vorwurf einer möglichen Justizbehinderung wird der Präsident in dem Bericht ausdrücklich nicht entlastet. Mueller sah aber auch keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine Anklage. Barr kündigte bereits an, er werde angebliches „Ausspionieren“ von Trumps Wahlkampfteam durch das FBI untersuchen lassen.

Die 22-monatige Untersuchung Muellers führte zu Anklagen gegen insgesamt 34 Beschuldigte, darunter Papadopoulos, und drei Unternehmen. Papadopoulos, der als außenpolitischer Berater die Trump-Kampagne unterstützte, bekannte sich im Oktober 2017 schuldig, das FBI über seine Anbandelungsversuche gegenüber Moskau belogen zu haben. 2019 wurde er zu zweiwöchiger Haft verurteilt. Trump hatte die Untersuchungen Muellers wiederholt als „Hexenjagd“ bezeichnet.




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