Letztes Update am Fr, 03.05.2019 10:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kirche verurteilt Gewalt gegen Demonstranten in Venezuela



Caracas (APA) - Die katholische Kirche in Venezuela hat laut Kathpress die jüngsten Eskalationen bei Protesten gegen die Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro scharf kritisiert.

Die nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden („Iustitia et Pax“) forderte die Sicherheitskräfte und die regierungsnahen paramilitärischen „Colectivos“ auf, die Menschenrechte zu respektieren und die Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten zu stoppen. Verhaftete müssten sofort freigelassen werden.

Die Venezolanische Bischofskonferenz drückte in der am Donnerstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Stellungnahme zugleich ihre Besorgnis angesichts von inzwischen vier Toten, 240 Verhafteten und mehr als 300 Verletzten in den vergangenen Tagen aus.

Zugleich wiesen die Bischöfe Verstöße gegen die Pressefreiheit zurück. In jüngster Vergangenheit seien zwölf Medienvertreter Opfer verschiedener Formen von Gewalt geworden sowie drei Medien vom Netz genommen worden. Außerdem verurteilten die Bischöfe einen Angriff auf die katholische Kirche in der ostvenezolanischen Diözese San Cristobal.

Venezuela wird von einem Machtkampf zwischen Maduro und seinem Herausforderer Juan Guaidó erschüttert. Die Opposition erkennt wegen des umstrittenen Wahlsieges Maduros ohne aussichtsreiche Kandidaten der Opposition dessen zweite Amtszeit nicht an. Parlamentspräsident Guaidó wurde daraufhin als Interims-Präsident vereidigt.

Das südamerikanische Land steckt zudem seit längerem in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Mehr als drei Millionen Menschen haben Venezuela in den vergangenen zwei Jahren bereits verlassen.




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