Letztes Update am Fr, 03.05.2019 12:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftskammer-Handelsobmann kritisiert nationale Digitalsteuer



Wien (APA) - Der Handelsspartenobmann der Wirtschaftskammer, Peter Buchmüller, hat die österreichische Digitalsteuer als „nationale Einzelmaßnahme“ kritisiert, die „nicht effektiv genug“ sei. Dafür begrüßte er die Ankündigung von OECD-Generalsekretär Angel Gurria, dass bis 2020 eine globale Digitalsteuer vorgelegt werden soll. „ Ziel muss ein internationales Regelwerk sein, das global wirkt“, so Buchmüller.

„Steuersysteme sollten so entwickelt werden, dass sie neue Geschäftsmodelle erfassen und dabei fair, effizient und zukunftstauglich sind“, so der Wirtschaftskammer-Vertreter am Freitag. Bei der nationalen Ausgestaltung der Digitalsteuer, die primär auf Online-Werbeumsätze abzielt, gilt es laut Buchmüller sicherzustellen, dass diese nicht auf die heimischen Unternehmen, die Werbungen schalten, weitergegeben wird.

Um faire Wettbewerbsbedingungen für heimische Unternehmen gegenüber ausländischen Versandunternehmen zu verwirklichen, müssen aus Sicht des österreichischen Handels dringend weitere Maßnahmen getroffen werden. Dabei geht es der Kammer um die vorzeitige Abschaffung der 22 Euro-Grenze für Kleinsendungen aus Drittstaaten bei der Einfuhrumsatzsteuer, Änderungen im Rahmen der Verpackungsverwertungssysteme sowie des Konzessionssystems für Postpaketpreise aus China.

Der Handel plädiere seit Jahren für die Einführung einer digitalen Betriebsstätte. Die Grundidee der digitalen Betriebsstätte ist die Einführung eines neuen, zeitgemäßen Besteuerungsanknüpfungspunktes für digitale Unternehmen. Das soll dazu beitragen, dass Gewinne dort besteuert werden, wo sie erwirtschaftet werden. Die digitalen Geschäftsmodelle der Internetgiganten sind dadurch gekennzeichnet, dass sie keine physische Präsenz in anderen Staaten entfalten, so Buchmüller.

~ WEB https://news.wko.at/presse

http://www.oecd.org/ ~ APA232 2019-05-03/12:31




Kommentieren