Letztes Update am Fr, 03.05.2019 13:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prozess gegen deutsche IS-Heimkehrerin in Stuttgart begonnen



Stuttgart (APA/AFP) - Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart hat am Freitag der Prozess gegen eine 32-jährige Deutsche wegen Mitgliedschaft in der Jihadistenmiliz „Islamischer Statt (IS) begonnen. Die Anklage wirft der Frau vor, als IS-Mitglied Kriegsverbrechen begangen und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Damit steht neben einer in München angeklagten 27-Jährigen eine weitere IS-Rückkehrerin vor einem deutschen Gericht.

Die Angeklagte kündigte am ersten Prozesstag nach Angaben eines Gerichtssprechers an, Angaben zur Person und zur Sache zu machen. Sie habe dazu eine umfangreiche schriftliche Stellungnahme vorbereitet, hieß es.

Die Frau war laut Anklageschrift im Dezember 2013 von Deutschland nach Syrien gereist, wo sie unmittelbar nach ihrer Ankunft einen IS-Kämpfer heiratete. S. soll unter anderem mehrere vom IS überwachte Internetblogs unterhalten haben, in denen sie das Leben beim IS anpries. Sie soll auch als Zuschauerin an öffentlichen Hinrichtungen teilgenommen haben.

Während ihrer Zeit in Syrien erhielt sie den Ermittlungen zufolge Waffen, an denen ihr Ehemann sie ausbildete. Nachdem ihr Mann Anfang Dezember 2016 bei Kämpfen getötet worden war, sollte sie nach Erkenntnissen der Ermittler erneut verheiratet werden.

Im September 2017 wurde die mit einer Pistole bewaffnete Deutsche von kurdischen Sicherheitskräften zusammen mit Frauen anderer IS-Kämpfer festgenommen. S. kehrte im April 2018 nach Deutschland zurück und wurde im Juli festgenommen. Sie sitzt seither in Untersuchungshaft. Ein Urteil ist frühestens Ende Juni zu erwarten.




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