Letztes Update am Fr, 03.05.2019 14:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kriminalstatistik OÖ mit „historisch hoher“ Aufklärungsquote



Linz (APA) - In Oberösterreich ist im Vergleich zu 2017 im Vorjahr die Zahl der angezeigten Straftaten um 3,9 Prozentpunkte auf 61.891 gesunken. Gleichzeitig sei die Aufklärungsquote mit 61,1 Prozent eine „historische hohe“, freute sich Landespolizeidirektor Andreas Pilsl bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2018 für sein Bundesland am Freitag in Linz.

Ein Grund für das gute Abschneiden ist der Rückgang der Anzahl der angezeigten Vermögensdelikte um 5,2 Prozentpunkte von 35.326 auf 33.318. Hier sei es vor allem die Zahl der Diebstähle, die deutlich weniger geworden sei. Auch bei den Firmeneinbrüchen registrierte die Polizei einen Rückgang der Fälle. Grundsätzlich „ziehen sich die Erfolge über das gesamte Bundesland“, führte Pilsl weiter aus, aber die Aufklärungsquote in Linz mit 56 Prozent habe man „noch nie“ erreicht.

Ebenso positiv sei die Entwicklung im Bereich der Tötungsdelikte. Waren es 2017 insgesamt 19 - 14 Versuche und fünf Vollendungen -, waren es im vorigen Jahr neun, wovon lediglich drei auch vollendet wurden.

Dennoch zeigt die Statistik auch, wo die Herausforderungen für die Exekutive liegen: Das ist zum einen der große Bereich der Internetkriminalität, die Jahr für Jahr zulege, so Pilsl. Von 2017 auf 2018 stieg die Anzahl der Anzeigen von 2.182 auf 2.787. Eine eigene Cyber-Gruppe wurde bereits bei der Landespolizei installiert. Derzeit besteht sie aus vier Mitarbeitern, der Wunsch für heuer wäre, dass zwei weitere hinzukommen, meinte der stellvertretende LKA-Leiter Christian Grufeneder.

Zudem machte Grufeneder noch auf einen „ganz neuen“ Sektor bei den Strafdelikten aufmerksam, das sogenannte Sex-Pressing. Dabei werden Opfer erpresst, Geld, häufig Bitcoins, zu zahlen, ansonsten würden angebliche Zugriffe auf Kinderporno-Seiten der betreffenden Person der Polizei gemeldet. Hier stieg die Zahl der Anzeigen innerhalb eines Jahres von 39 auf 148, die Aufklärungsquote liege hingegen laut LKA-Leiter nur im einstelligen Bereich. Aber auch bei den Sittlichkeitsdelikten gibt es eine Zunahme der Fälle. Die Anzahl der Vergewaltigungen nahm von 134 auf 147 zu. Allerdings wurden in 83 Prozent die Täter geschnappt.

Der Anteil ausländischer Verdächtiger an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen machte voriges Jahr 33,5 Prozent aus. Auffallend sei der wachsende Anteil der Afghanen, der 2018 bei 1.205 Personen lag. Nach den Rumänen und den Deutschen liegt diese Volksgruppe auf Platz drei der Tatverdächtigen. Pilsl betonte, dass man um das „Problem weiß“ und dementsprechend agiere. Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) bezeichnete diese Entwicklung angesichts der insgesamt erfreulichen Kriminalstatistik für Oberösterreich als „bitteren Beigeschmack“. Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) verwies in dem Zusammenhang auf die „Steuerungsgruppe für ein gewaltfreies Zusammenleben“, die vor drei Monaten in Oberösterreich als erstem Bundesland gegründet worden sei. Dabei handelt es sich um ein Präventionsprojekt im Migrationsbereich, in dem alle relevanten Institutionen vertreten sind.




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