Letztes Update am Fr, 03.05.2019 14:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖGB und AK Burgenland befragen Betriebe zum digitalen Wandel



Eisenstadt (APA) - Rund 3,5 Mio. Euro stellt die Arbeiterkammer (AK) Burgenland binnen fünf Jahren für Projekte zur „Digitalisierungsoffensive“ bereit. Eines wurde am Freitag in Eisenstadt vorgestellt: Mit Interviews und Onlinebefragungen in 15 Leitbetrieben sollen das bestehende Ausmaß der Digitalisierung und der Qualifizierungsbedarf für Mitarbeiter erhoben und darauf aufbauend Bildungsprogramme entwickelt werden.

Immer mehr Produktionsbetriebe seien hochautomatisiert und digitalisiert, schilderte AK-Präsident Gerhard Michalitsch seine bei Betriebsbesuchen gewonnenen Eindrücke: „In Bereichen, wo noch vor einigen Jahren Dutzende Mitarbeiter an der Produktionslinie gestanden sind, gibt es in Wirklichkeit mittlerweile nur mehr einen Kollegen, eine Kollegin, die diese gesamte Anlage überwacht.“ Durch die andere Art der Produktion würden viel mehr Techniker, Programmierer und ähnliches Personal benötigt. „Wir haben es damit zu tun, dass einerseits niedrig qualifizierte Arbeitsplätze wegfallen und auf der anderen Seite hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen“, stellte Michalitsch fest.

Das Ausmaß der Veränderungen im Zuge der Digitalisierung wollen AK, ÖGB, und BFI mit Hilfe einer von der L&R Sozialforschung durchgeführten Befragung feststellen. Dazu werden in den Betrieben in fünf Branchen - Finanzen, Gesundheit, Tourismus sowie Handel und Produktionsbereich - je drei bis fünf Interviews geführt. Man wolle dabei alle Ebenen abdecken und vor allem auch Beschäftigungsgruppen zu Wort kommen lassen, die sonst nicht so oft zu Wort kommen, erläuterte Nadja Bergmann von L&R Sozialforschung. Branchenübergreifend soll es auch eine Online-Befragung darüber geben, wie die Beschäftigten bisher die Änderungen in ihren Betrieben wahrgenommen haben und über welche Kompetenzen sie bereits verfügen.

Im Zuge des Projekts soll ein maßgeschneidertes Angebot als Vorbereitung auf die Digitalisierung und zum Erwerb der digitalen Kompetenzen ausgearbeitet werden, berichtete der stellvertretende BFI-Geschäftsführer Rene Höfer. Dieses Angebot solle auf die Bedürfnisse der einzelnen Arbeitnehmer abgestimmt werden. „Die ersten Schulungsmaßnahmen sind nach Fertigstellung der Studie bereits im Spätsommer oder Frühherbst geplant“, sagte Höfer.

Laut einer OECD-Studie dürfte in den kommenden 15 Jahren wahrscheinlich jeder siebente Arbeitsplatz verschwinden, so ÖGB-Landesvorsitzender Erich Mauersics. Für ein weiteres Drittel der Jobs werde sich die Situation radikal verändern. „Das hat natürlich die Folge, dass Menschen nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch ihren Beruf wechseln werden müssen und dass natürlich schlecht Ausgebildete und Teilzeitbeschäftigte die schlechteren Karten haben werden.“ Besonders schwer haben würden es bei dieser Entwicklung Frauen und Selbstständige. „Wir werden also umlernen müssen. Dazu müssen wir aber wissen, welche Kompetenzen und welche Qualifikationen werden zukünftig dann notwendig sein“, meinte Mauersics.

~ WEB http://www.oegb.at

http://www.arbeiterkammer.at ~ APA321 2019-05-03/14:15




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