Letztes Update am Sa, 04.05.2019 09:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Evangelischer Bischof: Synode wählt am Samstag neues Oberhaupt



Wien (APA) - Die evangelische Kirche A.B. wählt am Samstag ihren neuen Bischof. Am Vormittag wurde die Wahlsitzung der Synode in Wien eröffnet. Zur Nachfolge des bisherigen Amtsinhabers Michael Bünker treten drei Kandidaten an: Der ehemalige Diakonie-Direktor Michael Chalupka, Kärntens Superintendent Manfred Sauer und Pfarrer Andreas Hochmeir aus Oberösterreich. Ein Ergebnis wird nicht vor Nachmittag erwartet.

Der aus dem Amt scheidende gebürtige Leobener Bünker, der in Kärnten aufgewachsen ist, führte die evangelische Kirche in Österreich seit Anfang 2008. Seine Amtszeit endet aus formalen Gründen: Zum einen erreicht er am 26. April das Pensionsalter von 65 Jahren, zum anderen endet auch seine Amtszeit von maximal zwölf Jahren.

Die Wahlsitzung der Synode findet im Wiener Albert-Schweitzer-Haus statt. Vor der Wahl stand die Vorstellung der Kandidaten vor den rund 60 Mitgliedern der gesamtösterreichischen Synode auf dem Programm. Nominiert wurden die Kandidaten von den Superintendentialversammlungen, in denen die Delegierten der einzelnen Pfarrgemeinden in der jeweiligen Diözese zusammenkommen.

Die Wahl findet in geheimer Abstimmung statt, notwendig ist eine Zweidrittelmehrheit. Insgesamt sind bis zu maximal 14 Wahlgänge möglich. Sollte sich in diesen keine Zweidrittelmehrheit finden, müsste die Wahl neu ausgerichtet werden. Mit dem ersten Wahlgang ist frühestens vor der Mittagspause zu rechnen, ein Ergebnis wird nicht vor dem Nachmittag erwartet. Im Anschluss an die Wahl wird sich der neue Bischof der Presse stellen.

Chalupka wurde 1960 in Graz geboren, war Pfarrer in Mistelbach, steirischer Fachinspektor für Religionsunterricht, von 1994 bis 2018 Direktor der evangelischen Hilfsorganisation Diakonie und ist seitdem Geschäftsführer der Diakonie Bildung. Die zunehmende Säkularisierung und das Abdrängen von Glauben und Kirche ins Private hält Chalupka „für eine zentrale Herausforderung, vor der wir als Evangelische Kirche stehen.“

Hochmeir, 1974 in Wels geboren, ist seit 2004 Pfarrer im oberösterreichischen Wallern. 2012 wurde er zum Senior und damit zu einem der Stellvertreter des oberösterreichischen Superintendenten gewählt. Hochmeir will „der Mitte unserer Kirche ein Gesicht und eine Stimme geben“. Hier wolle er „integrativ und verbindend wirken und insbesondere die Gemeinden stärken, damit sie ausstrahlen in das Gemeinwesen und in die Gesellschaft.“

Sauer wurde 1960 in Bernstein (Burgenland) geboren und war ab 1987 Pfarrer in Pörtschach am Wörther See. 2001 wurde er zum Superintendenten der Diözese Kärnten/Osttirol gewählt, 2014 erfolgte die Wiederwahl. Als Bischof will Sauer, der sich schon vor zwölf Jahren bewarb, „den Dialog fördern und das Miteinander stärken“. Der zukünftige Bischof müsse versöhnte Verschiedenheit lebbar machen“, wie er mit Blick auf die Debatte zur Segnung homosexueller Paare schreibt.




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