Letztes Update am Sa, 04.05.2019 20:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stichwort: Die evangelisch-lutherische Kirche in Österreich



Wien (APA) - Die evangelische Kirche A.B, deren neuer Bischof Michael Chalupka heißt, zählt rund 278.000 Gläubige in 191 Gemeinden und sieben Diözesen. Unter den 244 Pfarrern befinden sich knapp 86 Frauen. Der Zusatz A.B. bedeutet, dass es sich um die lutherische Kirche des Augsburger Bekenntnisses (A.B.) handelt. Weiters gibt es die wesentlich kleinere reformierte Kirche des Helvetischen Bekenntnisses (H.B.).

Die lutherische Kirche A.B. teilt sich in die Diözesen Wien (inkl. Nordosten Niederösterreichs), Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten-Osttirol, Oberösterreich und Salzburg-Tirol. Vorarlberg wird von der reformierten Kirche mitbetreut. Die evangelische Kirche ist demokratisch („synodal“) organisiert. Die Gremien sind paritätisch mit Geistlichen und Laien besetzt. Alle Amtsträger werden gewählt, die Synoden sind die obersten Gesetz gebenden Organe. Es gibt keine Durchgriffsmöglichkeiten des Bischofs auf die Superintendenten oder der Superintendenten auf die Gemeinden.

Die Geschichte der evangelischen Kirche reicht hierzulande bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damals feierte die Reformation in Österreich große Erfolge. Durch die katholische Gegenreformation in der Barockzeit wurde sie wieder weitgehend zurückgedrängt. Erst das Toleranzpatent 1783 von Kaiser Joseph II. ließ wieder die Gründung von Gemeinden zu. Der Titel Bischof sollte damals aber der römischen Kirche vorbehalten bleiben. Die evangelischen Würdenträger mussten sich „Superintendent“ nennen. Erst 1944 entschloss sich der Oberkirchenrat, als obersten Repräsentanten aus seiner Mitte einen Bischof zu wählen.




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