Letztes Update am So, 05.05.2019 10:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anne-Marie gaukelte nichts vor: Pop-Sängerin begeisterte in Wien



Wien (APA) - Vor einem Jahr hat Anne-Marie einen Club-Gig in Wien gespielt, im Sommer trat sie zweimal vor im Ed Sheeran im Ernst-Happel-Stadion auf. Am Samstag kehrte die britische Pop-Sängerin zurück und spielte im ausverkauften Gasometer eine Headliner-Show. Ein Erfolgsgarant ist die Bodenständigkeit des Stars: „Ich will den Leuten nicht vorgaukeln, dass ich immer perfekt bin“, sagte sie im APA-Interview.

Die 28-Jährige aus Essex, bekannt geworden mit Hits wie „Alarm“ und „Friends“ (mit Marshmello), geht den klassischen Weg: Sie erkämpft sich ihr Publikum auf die schweißtreibende Art, statt auf einen Klick-Hype auf YouTube oder ähnlichen Plattformen zu bauen. „Ich bin eigentlich sehr ungeduldig“, lachte Anne-Marie. „Als ich meine ersten Songs geschrieben hatte, träumte ich schon von großen Hallen. Aber es wurde mir rasch klar, dass man eigentlich von klein an beginnen, sich die Fans erst erarbeiten sollte. Ich wäre eine ganz andere Performerin, wenn ich das Handwerk nicht von Grund auf gelernt hätte.“

Der Auftritt im Gasometer, begleitet von begeistertem Kreischen, bestätigte diese Aussage: Mit Charisma und Können sang sich Anne-Marie durch ihr Programm, begleitet von einer Band (Keyboards, Drums, Gitarre), Samples gab es nur dort, wo es unbedingt notwendig ist. „Handgemachtes statt Effekthascherei“, lautet das Motto. „Ich liebe Live-Musik“, betonte Anne-Marie im Gespräch. „Ich muss ja zugeben, dass ich es mit Tänzern auf der Bühne versucht habe. Aber es hat sich nicht richtig angefühlt. Meine Songs sind sehr persönlich, ich fühle, was ich singe - Tänzer und aufwendige Effekte würde nicht dazupassen.“

„Am besten ist Anne-Marie dann, wenn sie einfach nur Anne-Marie ist“, hat eine britische Zeitung geschrieben. Tatsächlich: „Bad Girlfriend“ oder der aktuelle Hit „Perfect For Me“ etwa wirkten live authentischer als das eine oder andere Lied, bei dem man Einflüsse klar heraushörte. „Die Songs auf meinem Debüt ‚Speak Your Mind‘ erzählen meine Geschichten“, nickte die Britin. „Aber was die Musik betrifft, beeinflussten mich definitiv alle möglichen Leute, mit denen ich gearbeitet habe. Wenn ein Produzent mit einer Idee kam, habe ich gesagt: Ok, probieren wir es aus. Mittlerweile habe ich eine klare Vorstellung von dem, was ich will.“

Und für das nächste Album gilt: „Ich will es schneller machen“, sagte Anne-Marie. „Es hat lange gedauert von meinem Einstieg ins Musikgeschäft bis zum Erscheinen des Debüts. Als es herauskam, konnte ich mich mit einigen Tracks nicht mehr so richtig identifizieren. Das heißt jetzt nicht, dass mit diese Songs nichts mehr bedeuten, wenn ich sie singe. Aber mit dem zweiten Album möchte ich den Moment festhalten, so dass ich noch eine sehr enge Beziehung zu den Liedern habe, wenn es rauskommt.“

Nichts ändern wird Anne-Marie an ihrer Attitüde, versicherte sie. Die Engländerin will ihren Fans auf Augenhöhe begegnen, ihnen nicht einen perfekten Superstar präsentieren, sondern Mut machen - mit ihren Songs, aber auch über ihre Internet-Kanäle. „Ich mache doch die gleichen Erfahrungen wie mein Publikum! Ich schau nicht nett aus, wenn ich aufwache. Das ist ok. Die Leute sollen das sehen.“

(S E R V I C E - Offizielle Internetseite: www.iamannemarie.com)




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