Letztes Update am So, 05.05.2019 16:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sieben Tage Kultur - Die Woche 06.05. bis 12.05. - WIEDERHOLUNG



Wien (APA) - Start der Wiener Festwochen und der Kunstbiennale Venedig, Finale der ORF-“Dancing Stars“, Bekanntgabe des Line Up des Wettlesens um den Bachmann-Preis und jede Menge Programm-Pressekonferenzen: Die kommende Kulturwoche ist reich an Höhepunkten.

Mit zwei sehr unterschiedlichen Vorlesungen geht die Woche am Montag an den Start. Der deutsche Ägyptologe und Kulturwissenschafter Jan Assmann hält die 46. Sigmund Freud Vorlesung. Unter dem Titel „Moses tragicus. Freud, Schönberg und der scheiternde Moses“ widmet er sich im Wiener Billrothhaus den Mose-Gestalten bei Sigmund Freud und Arnold Schönberg in den 1930er-Jahren. Kabarettist Alfred Dorfer, der seine Dissertation über Satire in restriktiven Systemen Europas im 20. Jahrhundert schrieb, spricht im Literaturmuseum über „Kritik und Satire“. Ihre Vorhaben für die Saison 2019/2020 präsentieren die Oper Graz und die Camerata Salzburg.

In Venedig und Wien gibt es erste Pressetermine für die ein paar Tage später offiziell beginnenden Großveranstaltungen: Am Rathausplatz verweist ein Pressegespräch auf die freitägige Eröffnung der Wiener Festwochen, in den Venezianischen Giardini gibt es für Journalisten die erste Möglichkeit, durch die von Ralph Rugoff kuratierte Biennale-Hauptausstellung „May You Live In Interesting Times“ sowie durch die Länderpavillons zu streifen. Ihre Programme stellen das Landestheater Niederösterreich und die Szene Salzburg vor. Im Museum Judenplatz widmet sich eine gemeinsame Ausstellung der Zeichnerin und Illustratorin Lily Renée, dem Porträtisten, Karikaturisten und Fälscher Bil Spira und dem Cartoonisten Paul Peter Porges. Im WUK spielt Josh., der kürzlich bei den Amadeus Awards für seinen Hit „Cordula Grün“ mit dem Preis für den besten Song des Jahres ausgezeichnet wurde.

Am Mittwoch stellt die scheidende Intendantin Anna Badora ihre Vorhaben für die kommende Saison am Volkstheater Wien vor, während ihre bis 2023 amtierende Nachfolgerin am Schauspielhaus Graz, Iris Laufenberg, dasselbe in der steirischen Landeshauptstadt macht. In Wien, Graz, Innsbruck und einigen anderen österreichischen Städten findet zum siebenten Mal die „Nacht der Philosophie“ statt.

In der Staatsoper präsentiert Direktor Dominique Meyer am Donnerstag die Publikationen und Veranstaltungs-Details zum 150-Jahr-Jubiläum des Hauses am Ring. In Klagenfurt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den 43. Tagen der deutschsprachigen Literatur, bei denen um den Bachmann-Preis gelesen wird, vorgestellt. Im Österreich-Pavillon der Kunstbiennale Venedig wird die Ausstellung von Renate Bertlmann eröffnet. Die 2017 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnete Künstlerin, der auch die neue Landesgalerie Niederösterreich eine ihrer Eröffnungsausstellungen widmet, wird den Pavillon als erste Frau mit einer Einzelpräsentation bespielen. Im Kunst-Kontext gibt es zwei interessante Theaterpremieren: In der Wiener Galerie Elisabeth & Klaus Thoman inszeniert Sabine Mitterecker Becketts „Glückliche Tage“, im Weltmuseum Wien konfrontiert die Gruppe badluck unter dem Titel „Die Macht der Dinge“ Geflüchtete und Migranten mit Objekten ihrer Herkunftsländer. Beim Vienna City Gallery Walk kann man u.a. im Rahmen einer Ausstellungs-Kooperation der Galerien artziwna und Galerie bei der Albertina/Zetter rund 40 Skulpturen des österreichischen Bildhauers Wander Bertoni erwandern.

Am Freitag geht die ORF-Castingshow „Dancing Stars“ ins Finale, während am Wiener Rathausplatz die traditionelle Open-Air-Eröffnung der Wiener Festwochen stattfindet. „Musikalische Statements zur Lage der Nation“ kommen dabei u.a. von Soap&Skin, Clara Luzia und der Rapperin Esra Özmen alias EsRAP.

Ein Veranstaltungs-Überangebot bringt der Samstag. Bereits um 14 Uhr beginnt mit ganz persönlichen Lesungen das Eröffnungsprogramm der Festwochen in Wien-Donaustadt, das in den Hallen der Erste Bank Arena den Theatermarathon „Diamante“ des Argentiniers Mariano Pensotti, eine Eisdisco und eine Opening Party bietet, aber auch im öffentlichen Raum allerlei Aktionistisches und Künstlerisches bereithält. Im Konzerthaus dirigiert Franz Welser-Möst am Nachmittag beim Eröffnungskonzert des 39. Internationalen Musikfests die Wiener Philharmoniker. Am Abend singt Dido in der Wiener Stadthalle und gibt es einen dichten Premierenreigen in der Wiener Volksoper („Peter Pan“ als Ballett), im Kasino am Schwarzenbergplatz („Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“), im Volx/Margareten („Nach uns das All“ von Sibylle Berg), am Schauspielhaus Graz (Palmetshofers „Vor Sonnenaufgang“-Version) und am Salzburger Landestheater (Amelie Niermeyer bringt in „Die Volksfeindin“ den adaptierten Ibsen-Klassiker mit Juliane Köhler in der Titelrolle).

Sonntag ist kein Ruhetag. Zumindest für jene, die bei den Wiener Festwochen „aCORdo“ der brasilianischen Choreografin Alice Ripoll, Angelica Liddells moderne Passionsgeschichte „The Scarlet Letter“ oder den ersten Teil von Markus Öhrns „3 Episodes of Life“ sehen wollen. In seiner neuesten Arbeit untersucht der Schwede, der im vergangenen Jahr mit seiner Zeitlupen-Studie „Häusliche Gewalt Wien“ verstörte, Missbrauchsfälle im beruflichen Umfeld.




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