Letztes Update am So, 05.05.2019 19:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Beteiligung reicht - Präsidentenstichwahl in Nordmazedonien gültig



Skopje (APA) - Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Nordmazedonien ist mit ziemlicher Sicherheit das nötige Quorum von mindestens 40 Prozent erreicht worden. Unter Berufung auf Angaben der staatlichen Wahlkommission berichteten Medien in Skopje, dass bis 19.00 Uhr, als die Wahllokale schlossen, die notwendige Wahlbeteiligung mit Gewissheit erreicht worden sei.

Die Frage ist nun, wer mehr Stimmen bekommen hat: Stevo Pendarovski, der für ein Bündnis um die regierenden Sozialdemokraten antrat, oder Gordana Siljanovska Davkova, die von den oppositionellen Nationalkonservativen unterstützt wurde. Offizielle Ergebnisse sollen später am Abend bekannt gegeben werden.

Bis 17.00 Uhr lag die Beteiligung laut der staatlichen Wahlkommission offiziell bei 38,26 Prozent. Vor zwei Wochen beim ersten Durchgang waren es um die gleiche Zeit nur 34,41 Prozent. Schließlich waren es am 21. April am Ende etwa 42 Prozent der Wahlberechtigten, die ihre Stimme auch tatsächlich abgaben.

Die Abstimmung gilt als Testwahl für die Regierung unter dem sozialdemokratischen Premier Zoran Zaev, nachdem sich die frühere jugoslawische Republik Mazedonien erst im Februar in Nordmazedonien umbenannt hatte. Damit wurde ein seit Anfang der 90er-Jahre schwelender Streit mit dem Nachbarland Griechenland über den Staatsnamen gelöst und eine wichtige Barriere für den NATO-Beitritt und die weitere EU-Annäherung beseitigt. Die nationalkonservative VMRO-DPMNE hatte die Umbenennung des Landes aber vehement abgelehnt.

Siljanovska Davkova sorgte am Sonntag für Aufsehen mit einem Kommentar zum neuen Staatsnamen. Sollte sie die Stichwahl gewinnen und Präsidentin werden, werde sie persönlich auch künftig den Namen Mazedonien verwenden, sagte sie. Als Präsidentin wäre sie nur verpflichtet, offizielle Dokumente mit dem neuen Staatsnamen „Nordmazedonien“ zu unterzeichnen. Sie persönlich werde aber bei ihren Auftritten weiterhin den Namen „Mazedonien“ verwenden, erklärte sie gegenüber dem regionalen TV-Sender N1. Der scheidende Präsident Gjorge Ivanov, der aus den Reihen der VMRO-DPMNE stammt, lehnt es laut früheren Medienberichten ab, Gesetze, in welchen der Name Nordmazedonien vorkommt, durch seine Unterschrift zu bestätigen.




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