Letztes Update am So, 05.05.2019 19:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weiter gegenseitige Vorwürfe zu Venezuela von Washington und Moskau



Moskau (APA/AFP/dpa) - Russland und die USA haben sich erneut gegenseitig eine unzulässige Einmischung in die Krise in Venezuela vorgeworfen. „Wir rufen die Amerikaner und all diejenigen, die sie unterstützen, auf, ihre unverantwortlichen Pläne aufzugeben und ausschließlich im Rahmen internationalen Rechts zu handeln“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Sonntag in Moskau.

Lawrow äußerte sich während eines Treffens mit dem venezolanischen Außenminister Jorge Arreaza. „Wir sind Zeugen einer nie da gewesenen Kampagne der USA, um Venezuelas legitime Behörden zu stürzen“, warf der russische Außenminister Washington vor. Arreaza dankte Moskau für die Unterstützung seiner Regierung. „Das Verhältnis zwischen Moskau und Caracas ist nicht nur für unsere beiden Länder, sondern für die Welt bedeutender geworden“, sagte er.

US-Außenminister Mike Pompeo forderte unterdessen im US-Sender ABC mit Blick auf Russlands militärische Präsenz in Venezuela: „Die Russen müssen gehen.“ Dies gelte für „alle Länder, die in das Recht des venezolanischen Volkes eingreifen, ihre Demokratie wiederherzustellen“. Neben Russland nannte der US-Außenminister konkret Kuba und den Iran. Es sei nicht klar, wann dies erreicht werde. „Ich kann Ihnen sagen, es wird passieren“, betonte Pompeo.

Die US-Regierung gehört zu den entschiedensten Gegnern Maduros. Sie unterstützt in dem erbitterten Machtkampf den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido, der auch von Deutschland und Dutzenden anderen Staaten anerkannt wurde.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag nach einem langen Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin gesagt, nach seinem Eindruck wolle Putin sich „darüber hinaus, dass er sich positive Entwicklungen wünscht, überhaupt nicht in Venezuela einmischen“. Darauf angesprochen sagte Pompeo am Sonntag auf ABC, er kenne den Kontext dieser Äußerung nicht. Trump habe aber zu Venezuela deutlich gemacht, „dass wir alle raus haben wollen, und das schließt die Russen mit ein“.

Maduro rief die ihm treuen Soldaten indes auf, sich auf eine mögliche Militärintervention der USA vorzubereiten. Maduro sagte am Samstag (Ortszeit) vor mehr als 5000 Soldaten auf einem Militärstützpunkt im nordwestlichen Bundesstaat Cojedes, die venezolanischen Truppen müssten sich darauf vorbereiten, „das Vaterland mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, wenn eines Tages das nordamerikanische Imperium wagt, dieses Land anzutasten“.

Maduros Widersacher Juan Guaidó forderte seine Anhänger auf, die Armee mit friedlichen Märschen zu Kasernen zum Widerstand zu bewegen. Daran beteiligten sich allerdings nur einige hundert Menschen. Das venezolanische Militär spielt in dem Machtkampf eine entscheidende Rolle. Die Armee ist ein zentraler Machtfaktor in dem südamerikanischen Land und kontrolliert die immensen Erdölvorkommen. Bisher unterstützen die Streitkräfte Maduro. Guaidó appelliert aber immer wieder an die Soldaten, sich gegen Maduro zu stellen. Erst am Dienstag war ein von ihm ausgerufener Militäraufstand aber gescheitert.




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