Letztes Update am So, 05.05.2019 22:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump macht Druck: Höhere Zölle auf Importe aus China angekündigt



Washington (APA/Reuters) - US-Präsident Donald Trump erhöht in einem abrupten Kurswechsel in den Handelsgesprächen mit China den Druck. Das amerikanische Staatsoberhaupt kündigte am Sonntag an, kommenden Freitag würden die Importzölle für bestimmte chinesische Produkte auf 25 Prozent erhöht. Auch andere Waren würden mit zusätzlichen Importabgaben belegt.

„Die Handelsgespräche mit China laufen weiter, aber zu langsam, da sie versuchen, neu zu verhandeln. Nein!“, twitterte Trump. Die bilateralen Verhandlungen sollten diese Woche fortgesetzt werden. Geplant war bisher, dass der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He dafür nach Washington reisen sollte.

„Zehn Monate lang hat China Zölle an die USA von 25 Prozent auf High-Tech-Waren im Volumen von 50 Milliarden Dollar (44,82 Mrd. Euro) gezahlt, und weitere zehn Prozent auf andere Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar“, schrieb Trump auf Twitter. „Die zehn Prozent werden Freitag auf 25 Prozent erhöht. Weitere Waren im Wert von 325 Milliarden Dollar, die China zu uns sendet, sind nicht mit Zöllen belegt, werden aber in Kürze mit einem 25-Prozent-Zoll belegt“, twitterte das Staatsoberhaupt.

Trumps Wendung in den Verhandlungen kommt überraschend. Erst vergangenen Freitag hatte er erklärt, die Handelsgespräche wurden „ziemlich gut“ laufen. Zudem hatte sein Stabschef erklärt, der Handelskonflikt werde in den kommenden zwei Wochen beigelegt.

Vergangenen Februar hatte Trump angekündigt, die Erhöhung von Zöllen auf chinesische Güter zu verschieben, da sich die Gespräche mit China gut entwickelten.

Der US-Präsident stößt sich am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China. Er wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken und Beschränkungen für ausländische Unternehmen sowie Diebstahl geistigen Eigentums vor. Die USA fordern zudem - ebenso wie die EU - eine Lockerung der chinesischen Restriktionen für ausländische Firmen und einen gleichberechtigten Marktzugang.

Die USA und China haben im Laufe des Konflikts bisher mit milliardenschweren Strafabgaben überzogen beziehungsweise diese angedroht, was Lieferketten von Konzernen durcheinanderbringt und Investoren an den Finanzmärkten verunsichert hat.




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