Letztes Update am Mo, 06.05.2019 00:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO ruft Konfliktparteien in Libyen zu Waffenruhe vor Ramadan auf



Tripolis (APA/AFP) - Die UNO hat die Konfliktparteien in Libyen vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan zu einer Feuerpause aufgerufen. Die UN-Mission in dem nordafrikanischen Krisenstaat appellierte nach eigenen Angaben vom Sonntag an beide Seiten, eine „humanitäre Waffenruhe“ von einer Woche einzuhalten.

Der Waffenstillstand könne anschließend verlängert werden. Er entspreche dem „Geist“ des am Montag beginnenden Fastenmonats sowie der Menschenrechtserklärung, hieß es.

Während dieser Zeit sollten sowohl die regierungstreuen Einheiten als auch die Kämpfer des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar auf „jegliche Form von Militäreinsätzen“ verzichten, darunter Aufklärungsmissionen, Bombardierungen, den Einsatz von Scharfschützen und Mobilisierungen neuer Truppen. Stattdessen sollten die Konfliktparteien humanitäre Hilfe zulassen und der Bevölkerung ermöglichen, sich frei zu bewegen.

General Haftar hatte am 4. April eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die international anerkannte Regierung der nationalen Einheit ihren Sitz hat. Seitdem liefern sich regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind dabei bislang fast 400 Menschen getötet worden. Mehr als 50.000 Menschen wurden nach UN-Angaben vertrieben.

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.




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