Letztes Update am Mo, 06.05.2019 10:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pendarovski: Werde Präsident aller Bürger Nordmazedoniens sein



Skopje (APA) - Stevo Pendarovski, der am Sonntag in der Stichwahl gewählte Präsident Nordmazedoniens, will ein Staatsoberhaupt „aller Bürger“ sein. Sein Wahlsieg sei ein Beweis dafür, dass die Stabilität, der Fortschritt und die Sicherheit nur dann möglich seien, wenn man geeint sei, sagte der künftige Präsident in der Nacht auf Montag.

„Ich werde einen und nicht spalten“, unterstrich Pendarovski in Anspielung auf den aktuellen Amtsinhaber Gjorge Ivanov, der während seiner Amtszeit wiederholt für politische Krisen im Land gesorgt hatte. Zuletzt lehnte es Ivanov ab, seit dem Jahresbeginn jene Gesetze durch seine Unterschrift zu bestätigen, in welchen der neue Staatsname - Republik Nordmazedonien - vorkommt.

Das Balkanland hatte durch die Vereinbarung von Prespa zwischen Skopje und Athen im Juli 2018 seinen langjährigen Namensstreit mit Griechenland gelöst. Seit Februar nennt es sich Republik Nordmazedonien. Der frühere Verfassungsname lautete Republik Mazedonien. In internationalen Organisationen fungierte das Land wegen des Namensstreites jahrzehntelang unter dem provisorischen Namen „Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien“ (FYROM).

„Ich werde ein Präsident sein, dessen ihr euch nicht schämen werdet“, schrieb Pendarovski unterdessen auf Facebook.

„Wir haben gemeinsam gezeigt, dass wir ein europäisches Land und ein stolzes und verantwortungsbewusstes Volk mit klarer europäischer und demokratischer Ausrichtung haben“, kommentierte Premier Zoran Zaev, nachdem der Wahlsieg von Pendarovski von der staatlichen Wahlkommission bestätigt worden war. Der neue Präsident war Präsidentschaftskandidat eines Bündnisses um die regierenden Sozialdemokraten Zaevs. Dem gehörte auch die mitregierende albanische Demokratische Integrationsunion (DUI) von Ali Ahmeti an. Zum ersten Mal hat es im Balkanland somit einen Präsidentschaftskandidaten gegeben, welcher die Unterstützung sowohl slawisch-mazedonischer wie auch albanischer Parteien genoss.

Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission hat Pendarovski die Stichwahl am Sonntag mit 51,66 Prozent bzw. 436.212 Stimmen vor der nationalkonservativen Kandidatin Gordana Siljanovska Davkova mit 44,73 Prozent, bzw. 377.713 Stimmen gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,70 Prozent. Für eine gültige Wahl waren mindestens 40 Prozent notwendig.

Siljanovska Davkova ging als Präsidentschaftskandidatin der oppositionellen nationalkonservativen VMRO-DPMNE im Rennen. Sowohl die Partei als auch ihre Kandidatin widersetzen sich dem neuen Staatsnamen. Die Amtszeit von Ivanov, der als Kandidat der VMRO-DPMNE gewählt worden war, läuft noch bis zum 12. Mai.




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