Letztes Update am Mo, 06.05.2019 12:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Graz-Köflacher Bahn plant Elektrifizierung der Strecke bis 2025



Graz (APA) - Die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH (GKB) plant bis 2025 die Elektrifizierung ihres gesamten Bahnstreckennetzes in der Weststeiermark. Wie die Verantwortlichen am Montag in Graz vor Journalisten sagten, rechne man mit Investitionskosten von rund 120 Mio. Euro. Aktuell würden Gespräche mit Bund und Land über den Finanzierungsschlüssel laufen.

„Die Weststeiermark ist eine Wachstumsregion, der Mobilitätsbedarf wird weiter steigen“, sagte GKB-Generaldirektor Franz Weintögl. Deshalb habe man sich für die Elektrifizierung des 91 Kilometer langen Netzes entschieden, mit der das Unternehmen auch die Passagierzahlen der Bahn von derzeit 6,2 Millionen pro Jahr „annähernd verdoppeln“ will. „Das ist möglich, weil mehr Züge eingesetzt werden können, da elektrische Züge schneller beschleunigen. Dadurch verkürzt sich auch die Fahrzeit“, erklärte Prokurist Peter Kronberger.

Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten im Jahr 2021 beginnen, betonte der für die Infrastruktur zuständige Prokurist Gerald Klug. Nach vier Jahren Bauzeit würde man idealerweise mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 in Vollbetrieb gehen und gleich ab diesem Zeitpunkt Zubringerfunktionen für die Koralmbahn übernehmen. Während der Bauphase sollen sich die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste möglichst in Grenzen halten: „Aus Erfahrung wissen wir, dass wenn man ein gutes Ersatzangebot hat, dieses auch positiv angenommen wird“, so Klug. Ziel sei es, bildlich darzustellen, dass die Arbeiten eine Verbesserung für die ganze Region darstellten: „Dann wird das auch akzeptiert.“

Zum Stand der Finanzierungsverhandlungen hieß es am Montag, sowohl Land als auch Bund hätten sich zur Elektrifizierung bekannt, eine Entscheidung werde „zeitnah“ erwartet. Wie Klug sagte, gehe er aber davon aus, dass die GKB einen „maßgeblichen Eigenanteil“ übernehmen werde.

Mit der Elektrifizierung soll aber nicht nur die Infrastruktur in der Region gestärkt werden, gegenüber den Dieselloks seien elektrisch betriebene Züge viel leiser und man würde auch tonnenweise CO2 einsparen. Die Rede war am Montag von 480.000 Tonnen in den ersten 30 Jahren.




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