Letztes Update am Mo, 06.05.2019 14:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kampagne #Rentefüralle in Deutschland: Österreich als Vorbild



Berlin (APA/AFP) - Der Sozialverband VdK hat zum Auftakt seiner Kampagne #Rentefüralle die deutsche Pensionspolitik angeprangert und Österreich als Vorbild genannt. In Österreich zahlten alle Erwerbstätigen in eine gemeinsame Pensionsversicherung ein „und erhalten Altersbezüge weit über dem deutschen Durchschnitt“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Montag in Berlin.

„Es muss sich etwas ändern“, betonte Bentele. Sie forderte, dass auch Beamte, Selbstständige oder Manager in die Pensionsversicherung (Rentenversicherung) einzahlen müssten, um sie auf eine breitere Basis zu stellen. Sie wies darauf hin, dass für mehr als elf Millionen Menschen in Deutschland die Pension auch nach 45 Beitragsjahren unterhalb des Existenzminimums liegen werde. Vielen drohe im Alter „echte Armut“. Die Politik habe diese Entwicklung „viel zu lange zugelassen“.

Mit Blick auf die wachsende Zahl der Millionäre und Milliardäre in Deutschland forderte Bentele, „dass Armut auch mit unseren Steuern bekämpft wird“. Spitzenverdiener trügen im Vergleich zu Geringverdienern und der unteren Mittelschicht kaum etwas zum Steueraufkommen bei. Weitere Forderungen des VdK sind der Wegfall der Abschläge bei Erwerbsminderung und die Einführung einer Grundpension.

Am Wochenende hatte Bentele zudem die Forderung nach einem höheren Anteil der Arbeitgeber am Pensionsbeitrag erhoben. Angemessen wäre ein um zwei Prozentpunkte höherer Beitrag, sagte sie in einem Interview. Derzeit zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte des Pensionsbeitrags von 18,6 Prozent, also 9,3 Prozent. Ein um zwei Prozentpunkte erhöhter Beitragssatz für Arbeitgeber entspräche demnach 11,3 Prozent vom Bruttolohn eines Angestellten. Der VdK will mit Aktionen und Veranstaltungen in allen Landesverbänden die Politik „unter Druck setzen“, um Verbesserungen bei den Pensionen zu erreichen.




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