Letztes Update am Mo, 06.05.2019 14:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Seneca-Medaille für Grazer Altersforscher Frank Madeo



Graz/Düsseldorf (APA) - Für seine Forschungen im Bereich des Verständnisses von Alterungsprozessen erhält der an der Universität Graz tätige Molekularbiologe Frank Madeo einen mit 20.000 Euro dotierten deutschen Forschungspreis. Am kommenden Mittwoch wird der Wissenschafter die renommierte Auszeichnung im Bereich der Alternsforschung überreicht bekommen, teilte der Deutsche Industrie-Club Düsseldorf mit.

Die Lebenserwartung der Menschen nimmt immer mehr zu. Dadurch wird die Zeit länger, die Menschen am Ende ihres Lebens krank verbringen könnten. Das Team um Frank Madeo am Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz versucht die molekularen Mechanismen des Alterns immer besser zu verstehen, um dadurch neue Therapieansätze für altersassoziierte Krankheiten zu entwickeln und die gesunde Lebensspanne zu verlängern.

In mehreren Arbeiten konnten die Forscher nachweisen, dass der Körper bei einer Diät ungebrauchte, alte oder sogar schädliche Zellbestandteile abbaut. Madeos Arbeitsgruppe war die erste, der den Mechanismus dieses Schutzprozess der Zelle in Hefezellen aufgeklärt hat. Wie die Grazer Biowissenschafter weiters herausgefunden haben, kann Spermidin diesen Prozess der Autophagie („sich selbst fressen“) ankurbeln. Die Forscher untersuchen nun, wie mit Fasten-Therapien wie dem Intervall-Fasten oder Zufuhr der natürlichen Substanz, die sich reichlich im Sperma, aber auch in Weizenkeimen, Pilzen, Birnen, Käse und anderen Lebensmitteln findet, der zellreinigende Autophagie-Effekt künstlich ausgelöst und die Gesundheitsspanne verlängert werden kann.

Die bisherigen Forschungsergebnisse werden nunmehr durch die deutsche Erwin Niehaus-Stiftung und den Industrie-Club ausgezeichnet. „Seine besondere Leistung besteht darin, dass er Konzepte der Alterungsprävention aus den molekularen Grundlagen heraus entwickelt und dann bis zur erfolgreichen breitentauglichen Anwendung am Menschen weitergeführt hat“, hieß es in der Pressemitteilung im Vorfeld der Verleihung. Aktuell führt Madeo gemeinsam mit Agnes Flöel (Seneca-Medaillen-Trägerin 2013) klinische Studien zur Wirksamkeit von Spermidin im Menschen durch.

Frank Madeo wurde 1967 in Schwerte (Deutschland) geboren und studierte Biologie an der Universität von Tübingen. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Gruppenleiter in Tübingen wurde er 2004 ans Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz berufen, wo er seitdem die Arbeitsgruppe „Alterung und Zelltod“ leitet.




Kommentieren