Letztes Update am Mo, 06.05.2019 14:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zölle, Gegenzölle, Gespräche



Berlin (APA/AFP) - Es war ein Konflikt mit Ankündigung - schon bald nach seinem Amtsantritt legt US-Präsident Donald Trump los:

April 2017: Trump stellt Stahlimporte in die USA auf den Prüfstand. Er warnt vor Dumpingpreisen und einer Abhängigkeit der USA von anderen Ländern. Trump stützt sich dabei auf Artikel 232 des Trade Expansion Act, der den Schutz der heimischen Produktion wegen nationaler Sicherheitsinteressen vorsieht.

22. Jänner 2018: Die US-Regierung verhängt hohe Zölle auf den Import von Solarmodulen (bis zu 30 Prozent) und Waschmaschinen (bis zu 50 Prozent). Getroffen werden insbesondere Hersteller aus China und Südkorea. Peking reagiert erbost.

16. Februar 2018: Handelsminister Wilbur Ross schlägt neue Zölle oder eine deutliche Absenkung der Einfuhrmengen von Stahl vor.

8. März 2018: Trump beschließt endgültig Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium. Für mehrere Länder gibt es zunächst Ausnahmen für die Zölle - nicht so für China.

20. März 2018: Chinas Regierungschef Li Keqiang ruft die USA zur Zurückhaltung auf und versichert, seine Regierung werde das geistige Eigentum ausländischer Unternehmen „streng schützen“. Die chinesische Wirtschaft werde sich weiter für ausländische Firmen öffnen.

22. März 2018: Der US-Präsident kündigt neue Strafzölle auf chinesische Produkte im Wert von bis zu 60 Mrd. Dollar an.

2. April: China verhängt Strafzölle auf 128 US-Produkte im Wert von 3 Mrd. Dollar, darunter Früchte und Schweinefleisch.

3. April: Die USA legen eine vorläufige Liste chinesischer Importwaren im Wert von rund 50 Mrd. Dollar vor, die mit hohen Abgaben belegt werden sollen. Betroffen sind rund 1300 Produkte.

4. April: Peking kündigt Strafzölle auf Sojabohnen, Flugzeuge, Autos und andere importierte US-Produkte in Höhe von 25 Prozent an. 106 Produkte im Wert von 50 Mrd. Dollar sind betroffen.

5. April: Trump lässt weitere Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 100 Mrd. Dollar prüfen. China droht mit Gegenwehr „um jeden Preis“.

10. April: Chinas Präsident Xi Jinping macht ein Friedensangebot: Peking strebe keinen Handelsüberschuss an und wolle mehr importieren. Er kündigt an, Zölle auf Autos zu senken. Das Weiße Haus will „konkrete Schritte und konkrete Taten“ sehen.

17. April: China hebt für Autohersteller aus dem Ausland den Zwang zur Beteiligung einheimischer Unternehmen auf.

19./20. Mai: Nachdem eine erste Runde von Handelsgesprächen ohne konkrete Ergebnisse endet, verkünden nach einer zweiten Runde beide Seiten eine Einigung. Das US-Handelsdefizit solle erheblich verringert werden, Peking werde den Import von Waren und Dienstleistungen aus den USA deutlich erhöhen. Am Tag darauf verkünden beide Seiten den Verzicht auf gegenseitige Strafzölle - vorerst, bis ein Rahmenabkommen ausgehandelt ist.

15. Juni: Trump macht ernst und verhängt Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 50 Mrd. Dollar. Die meisten sollen ab Anfang Juli gelten. Peking kündigt Vergeltungszölle gleichen Umfangs an.

19. Juni: Trump plant neue Strafzölle auf Waren im Wert von 200 Mrd. Dollar. Im Juli legt er eine Liste mit Gütern vor. Peking wirft Washington daraufhin eine Zerstörung des bilateralen Handels vor.

20. Juli: Trump droht mit Strafzöllen auf alle chinesischen Importe. Sie erreichten 2017 einen Wert von 505 Mrd. Dollar.

1. August: Die US-Regierung prüft, die Strafzölle auf die 200-Milliarden-Dollar-Importe von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Sie wirft Peking wegen der Gegenzölle „Aufsässigkeit“ vor.

17. September: Trump weitet die Strafzölle auf chinesische Waren massiv aus und kündigt neue Zölle auf Importe im Gesamtwert von rund 200 Milliarden Dollar an. China kündigt im Gegenzug Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar an.

1./2. Dezember: Trump und Chinas Präsident Xi Jinping sprechen beim G20-Gipfel über den Handelskonflikt und beschließen, die neuen Zölle für 90 Tage auszusetzen. Washington fordert von Peking, Handelsbarrieren abzubauen und den Diebstahl geistigen Eigentums zu beenden.

14. Dezember: China setzt die Strafzölle auf US-Autos ab Jänner 2019 für drei Monate aus.

8. Jänner 2019: Die USA und China setzen ihre Handelsgespräche in Peking fort, sie verlaufen laut Trump „sehr gut“.

24. Februar: Trump verschiebt die 90-Tagesfrist im Handelsstreit. Trump verlangt ein Entgegenkommen Chinas und fordert später eine Aufhebung von Importzöllen auf US-Agrargüter.

15. März: Der Nationale Volkskongress verabschiedet ein neues Gesetz zu ausländischen Investitionen, das eine Beilegung des Handelsstreits erleichtern könnte.

4. April: Vor einem erneuten Treffen schürt Trump Hoffnungen auf ein rasches Ende des Streits und legt nahe, dass in den kommenden vier Wochen eine Lösung steht.

5. Mai: Trump erhöht den Druck auf China und kündigt die Erhöhung der Einfuhrzölle für chinesische Waren im Umfang von 200 Mrd. Dollar von 10 auf 25 Prozent an.




Kommentieren