Letztes Update am Mo, 06.05.2019 17:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl - OECD: EU ist eine gewaltige Errungenschaft



Brüssel (APA/dpa) - Knapp drei Wochen vor der EU-Parlamentswahl hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Erfolge Europas in den vergangenen 60 Jahren hervorgehoben. „Europa war und ist eine höchst positive und konstruktive Errungenschaft“, schreibt OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría in einer am Montag in Brüssel präsentierten Studie.

„Die EU ist ein Modell für Frieden, demokratische Stabilität und sozio-ökonomischen Fortschritt.“ In Debatten derzeit werde teilweise verschleiert, was die Menschen Europas in den vergangenen mehr als 60 Jahren der europäischen Einigung erreicht hätten, schreibt er weiter. „Brüssel erntet kaum Anerkennung für seine Erfolgsgeschichten und wird oft für alle Probleme verantwortlich gemacht - selbst wenn diese das Ergebnis nationaler Politik oder weltweiter Entwicklungen sind.“ Die ganze Welt könne jedoch vom „europäischen Modell“ lernen.

Im Einzelnen schneide die EU etwa bei Bildungschancen, der Gesundheitsversorgung, Arbeitnehmerrechten, dem Umweltschutz sowie Bürger- und Verbraucherrechten besser ab als andere Weltregionen. „Es zeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn Länder ihre Differenzen begraben und zusammenarbeiten, um die Lebensqualität für ihre Bürger zu verbessern“, erklärt Gurría.

Der vor gut 25 Jahren geschaffene Europäische Binnenmarkt, in dem Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital frei verkehren können, habe zu Wohlstand und Wirtschaftswachstum erheblich beigetragen. „Verbraucher haben mehr Auswahl zu niedrigeren Preisen.“

Der Euro als stabile Gemeinschaftswährung habe zudem Transaktionen für Exporteure und Touristen günstiger gemacht, indem Umtauschkosten und Wechselkursschwankungen beseitigt wurden.

Die EU sei jedoch ein langfristiges Projekt, betonte die OECD. Vieles müsse sich noch weiterentwickeln, um den Erwartungen der Bürger gerecht zu werden - etwa mit Blick auf effektivere und demokratische Entscheidungsprozesse. Die Bürger müssten mehr in die Gestaltung von Gesetzen eingebunden werden. Die Diskussionen über nötige Änderungen der EU sollten aber nicht von den grundsätzlichen Vorteilen ablenken, die sie ihren Mitglieder gebracht habe.

~ WEB http://www.oecd.org/ ~ APA408 2019-05-06/17:18




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