Letztes Update am Mo, 06.05.2019 18:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Libyen: Sarraj kündigt Treffen mit Conte, Merkel und Macron an



Tripolis (APA/AFP) - Angesichts der anhaltenden Kämpfe um die libysche Hauptstadt Tripolis setzt Libyens international anerkannter Regierungschef Fayez al-Sarraj auf eine diplomatische Offensive. Das libysche Außenministerium kündigte am Montag an, dass Sarraj ab Dienstag nach Italien, Deutschland, Frankreich und vielleicht auch nach Großbritannien reisen werde.

Am Dienstag seien zunächst Treffen mit dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte und Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant. Am Mittwoch sei ein Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris vorgesehen.

Ziel der Reise sei es, „Unterstützung gegen die Aggression“ des Militärführers Khalifa Haftar zu bekommen, teilte das libysche Außenministerium mit. Vor allem der Besuch in Frankreich ist brisant, weil die libysche Regierung Paris vorwirft, den abtrünnigen General Haftar zu unterstützen. Frankreich wies diesen Vorwurf bereits mehrfach zurück.

Haftar hatte am 4. April eine Offensive auf Tripolis gestartet, wo die international anerkannte Regierung der nationalen Einheit ihren Sitz hat. Seitdem liefern sich regierungstreue Truppen und Einheiten Haftars erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind dabei bisher mehr als 430 Menschen getötet worden. Mehr als 55.000 Menschen wurden nach UN-Angaben vertrieben.

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.




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