Letztes Update am Di, 07.05.2019 13:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indonesische Polizei vereitelte offenbar islamistische Anschlagserie



Jakarta (APA/AFP) - Die Polizei in Indonesien hat nach eigenen Angaben eine Anschlagsserie vereitelt, mit der Anhänger der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) die Bekanntgabe der Wahlergebnisse in dem Inselstaat stören wollten. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden in der vergangenen Woche acht Verdächtige festgenommen, unter anderem nahe der Hauptstadt Jakarta und auf der Insel Sumatra.

Die Verdächtigen gehören demnach der Islamistengruppe Jemaah Anshurat Daulah (JAD) an, die die IS-Miliz unterstützt. Die Gruppe wollte den Angaben zufolge am 22. Mai Bomben an verschiedenen Orten zünden. An diesem Tag sollen in Indonesien die Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 17. April bekanntgegeben werden. Den Ermittlern zufolge wollten die Islamisten Polizeiwachen und mögliche Demonstrationen vor oder nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse angreifen.

Nach der Wahl hatte sich ein Sieg für Amtsinhaber Joko Widodo abgezeichnet. Sein Herausforderer Prabowo Subianto hat sich allerdings über massiven Betrug beschwert. Wenn die Behörden Widodos Wahlsieg bestätigen, will der Ex-General das Ergebnis anfechten und zu Massenprotesten aufrufen.

Die JAD wird auch für eine Anschlagsserie in Indonesien im Mai 2018 verantwortlich gemacht. Dabei hatten sich in der Stadt Surabaya zwei Familien mit ihren Kindern vor Kirchen und einer Polizeiwache in die Luft gesprengt und 13 Menschen mit in den Tod gerissen. Es war der schlimmste Anschlag in Indonesien seit Jahren.




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