Letztes Update am Di, 07.05.2019 14:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Prognose - Höhere Löhne kurbeln Privatkonsum in Österreich an



Brüssel/Wien (APA) - Das leicht abgeschwächte Wirtschaftswachstum in Österreich von 1,5 Prozent im heurigen Jahr lässt sich auf schwierige Rahmenbedingungen bei wichtigen Handelspartnern zurückführen. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten EU-Frühjahrsprognose hervor. Steigende Löhne stärken allerdings den Privatkonsum, weshalb die Kurve ab der zweiten Jahreshälfte wieder leicht nach oben gehen sollte.

Gedämpft wird das Wachstum vorerst aber durch die international generell abgebremste Wirtschaftsdynamik, was sich u.a. auf die heimische Industrieproduktion niederschlägt sowie sinkende Exporte nach sich zieht. Auch der schwächelnde Automobilsektor in Deutschland spielt hier eine Rolle.

Ab dem zweiten Halbjahr sieht die EU-Kommission allerdings wieder einen leichten Aufschwung für Österreich. Für 2020 ist ein Wachstum von 1,6 Prozent prognostiziert. Wachstumstreiber Nummer eins bleibt der Privatkonsum, der schon gegen Ende 2019 zunehme. Gründe dafür seien Lohnzuwächse, mehr Beschäftigung und der von der Bundesregierung eingeführte „Familienbonus“. Während die Ausrüstungsinvestitionen zurückgehen werden, erwartet Brüssel gut gefüllte Auftragsbücher am heimischen Bausektor.

Positive Aussichten gibt es in Sachen Arbeitsmarkt. Laut Frühjahrsprognose wird die Arbeitslosenquote heuer auf 4,7 Prozent (2018: 4,9 Prozent) sinken und sich auf diesem Niveau 2020 stabilisieren. Diese Entwicklung drückt zudem auf die Staatsausgaben, die von 48,5 Prozent des BIP 2018 auf 48,0 Prozent 2019 zurückgehen. Betreffend Staatsverschuldung sagt die Kommission der Alpenrepublik einen Rückgang von 73,8 Prozent des BIP im Vorjahr auf 69,7 Prozent heuer und 66,8 Prozent im kommenden Jahr.

In Sachen Budgetkennzahlen weist Brüssel Österreich sowohl für 2019 als auch 2020 einen leichten Überschuss von 0,3 bzw. 0,2 Prozent aus. Als Gründe werden u.a. Kürzungen bei Sozialausgaben und die erst im April auf den Weg gebrachte nationale Digitalsteuer genannt.




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