Letztes Update am Di, 07.05.2019 14:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bulgarien: Scharfe Kritik am Papstbesuch aus orthodoxer Kirche



Sofia/Vatikanstadt (APA) - Der bulgarisch-orthodoxe Metropolit von Plowdiw, Nikolaj, hat den Bulgarienbesuch von Papst Franziskus scharf kritisiert. Der Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts sei „ein politischer Akt“, dessen Ziel sei es, „die Kirchen alle um Rom zu versammeln, damit, wenn dann der Antichrist kommt, der Papst ihn treffen kann“, zitierte das Portal sofiaglobe.com den orthodoxen Hierarchen laut Kathpress.

Nikolaj ist in seiner eigenen Kirche nicht unumstritten und machte bereits früher mit ähnlichen Äußerungen von sich reden. Der Metropolit äußerte sich in einer Predigt zum Sankt-Georgs-Tag am Montag, der in Bulgarien ein Feiertag ist.

Die orthodoxen Bischöfe hätten Franziskus am Sonntag nur als politisches Oberhaupt des Vatikanstaats empfangen. Dem Friedensgebet der Religionen am Montagabend in Sofia waren orthodoxe Kirchenvertreter demonstrativ ferngeblieben.

„Niemand kann uns zu einem gemeinsamen Gebet mit dem Papst zwingen“, sagte Nikolaj weiter. Alle wollten, dass die christlichen Kirchen sich vereinigen, aber das müsse vom Kirchenvertretern ausgehen, indem die Bischöfe sich treffen und besprechen, wie diese Einigung zu erzielen sei, nicht durch Politik. Dies wäre der Weg zu einer „Religion Satans“, so Nikolaj.

Papst Franziskus hält sich seit Sonntag zu einer Reise auf dem Balkan auf. Nach zwei Tagen in Bulgarien setzte er den Besuch am Dienstag mit einer eintägigen Visite in Nordmazedonien fort.




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