Letztes Update am Di, 07.05.2019 17:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mutmaßlicher Serienmörder von Lüneburg - Polizei prüft 236 Fälle



Lüneburg (APA/dpa) - Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders von Lüneburg prüft die Polizei in Deutschland mittlerweile mögliche Verbindungen zu 236 Taten. Dazu gehören Tötungsdelikte und Vergewaltigungen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Dabei werden alle denkbaren Zusammenhänge untersucht, wenn es Parallelen gibt.

Der Mann gilt als Verantwortlicher für die zwei Doppelmorde in der Göhrde von 1989. In dem Waldgebiet östlich von Lüneburg wurden damals zwei Paare ermordet. Sie wurden erschossen, erschlagen und stranguliert. Der Mann starb 1993. Unter einer Garage wurde auf einem früheren Grundstück des Mannes im September 2017 am Stadtrand von Lüneburg zudem die Leiche einer seit 1989 verschwundenen Frau gefunden.

Die Polizeidirektion hat am Dienstag zahlreiche Asservate aus dem früheren Haus des Mannes ins Internet gestellt, darunter Handtaschen und Schuhe. Die Gegenstände waren bei aufwendigen Suchmaßnahmen gesichert worden, 217 von ihnen wurden an das Landeskriminalamt in Hannover geschickt. Erste Gutachten würden bereits vorliegen, sagte Ermittlungsgruppenleiter Jürgen Schubbert. „Bisher hat sich aus diesen Rückmeldungen kein entscheidender Hinweis ergeben“, sagte Schubbert. Die Gegenstände würden noch ausgewertet. Wer etwas im Netz wiedererkennt, möge sich melden.

Der Friedhofsgärtner beging im April 1993 Selbstmord, als er wegen anderer Vorwürfe in Untersuchungshaft saß. Gegen Tote wird nicht ermittelt, doch zumindest in einigen Fällen soll er von einem als Beschuldigten geführten möglichen Komplizen unterstützt worden sein. Der Mann schweigt und will bisher nicht mit der Polizei sprechen.




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