Letztes Update am Mi, 08.05.2019 05:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unteroffizier am Montag nach Unfall mit Bundesheer-Boot vor Gericht



Hainburg/Bruck a.d. Leitha (APA) - Nach einem Bundesheerboot-Unfall mit zwei schwerverletzten Frauen im September 2018 muss sich der Steuermann am kommenden Montag vor dem Bezirksgericht Bruck an der Leitha verantworten. Der Unteroffizier ist wegen fahrlässiger Gemeingefährdung angeklagt. 14 Zeugen sind zum Prozess geladen, auch ein Sachverständigengutachten soll erörtert werden.

Der Unfall hatte sich am 1. September vergangenen Jahres in Hainburg im Rahmen des Girls‘ Camp, eines Schnupperwochenendes des Bundesheeres, ereignet. Das mit einem Unteroffizier als Steuermann, acht Teilnehmerinnen und fünf Soldaten besetzte Boot war gekentert. Zwei Frauen im Alter von 18 und 22 Jahren gerieten unter das Wasserfahrzeug und wurden erst nach 39 bzw. 45 Minuten befreit. Die beiden Teilnehmerinnen mussten reanimiert werden und wurden in Wiener Krankenhäuser geflogen. Über ihren Gesundheitszustand gibt es auf Wunsch der Angehörigen keine Informationen.

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg erhob gegen den Steuermann Strafantrag beim Bezirksgericht Bruck an der Leitha. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, fahrlässig eine Gefahr für Leib oder Leben von einer größeren Zahl von Menschen herbeigeführt zu haben. Das Bundesheer-Arbeitsboot A 497 war stromaufwärts unterwegs, der Unteroffizier soll laut Anklage nach spitzwinkeligem Durchfahren der Heckwelle des vor ihm fahrenden Bootes unter Vornahme einer Lenkbewegung nach links, wodurch es zu einem Eintauchen der Front des Bootes in die Heckwelle und einer teilweisen Füllung des Rumpfes mit Wasser kam, die Motorleistung nicht verringert haben, was zu einem Vollschlagen des Wasserfahrzeuges und letztlich zu dessen Kentern führte. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu einem Jahr Haft oder eine Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen.




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