Letztes Update am Mi, 08.05.2019 08:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südafrikaner wählen neues Parlament und Provinzräte



Johannesburg (APA/AFP/dpa) - In Südafrika hat die Parlamentswahl begonnen. 26,8 Millionen Menschen entscheiden zudem auch über die Zusammensetzung der Provinzräte. In den Umfragen liegt der African National Congress (ANC) mit 50 bis 61 Prozent der Stimmen weit vor den anderen Parteien. Der Sieg der Partei von Präsident Cyril Ramaphosa gilt trotz Korruptionsskandalen und wachsender sozialer Ungleichheit als ungefährdet.

Gewählt wird nach Verhältniswahlrecht - es stehen also Parteien auf den Stimmzetteln, die Möglichkeit, für einzelne Kandidaten zu stimmen, besteht nicht. Insgesamt treten 48 Parteien zu den Wahlen an. Die Zahl der Stimmen je Liste entscheidet darüber, wie viele Abgeordnete die Parteien ins Parlament entsenden. Das Parlament wählt schließlich den Präsidenten aus den Reihen der stärksten Partei. Die Wahllokale schließen um 21.00 Uhr MESZ.

Umfragen vor der Abstimmung sahen den ANC nur noch knapp mit einer absoluten Mehrheit. 2014 lag der ANC noch bei 62 Prozent. Die führende Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), kann mit rund 20 Prozent der Stimmen rechnen. Die Partei hat historisch großen Rückhalt bei der weißen Minderheit, die rund acht Prozent der 56 Millionen Südafrikaner ausmacht. Viele unzufriedene Schwarze wenden sich hingegen der linksgerichteten Partei der Wirtschaftlichen Freiheitskämpfer (EFF) zu. Beobachter erwarten, dass die Populisten ihren Stimmanteil von zuletzt sechs Prozent deutlich ausweiten werden.

Südafrika ist die am meisten entwickelte Wirtschaft des Kontinents. Doch rund 30 Millionen Menschen - zumeist schwarze Südafrikaner - leben der Regierung zufolge in Armut. Die Arbeitslosenquote liegt nach offizieller Lesart bei über 27 Prozent. Die weiße Minderheit ist nach wie vor wesentlich bessergestellt. „Südafrika ist eines der ungleichsten Länder in der Welt und die Ungleichheit hat seit dem Ende der Apartheid 1994 weiter zugenommen“, kommentiert die Weltbank. Trotz der Kritik steht fest, dass ANC-Regierungen das Los der Bevölkerungsmehrheit seit 1994 deutlich verbessert haben. Es gibt im Land eine schwarze Mittelklasse, kostenfreie Gesundheitsversorgung und Millionen Menschen bekommen direkt Unterstützung vom Staat.




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