Letztes Update am Mi, 08.05.2019 13:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oö. Vogelfreund darf laut Gericht Papageien im Wohngebiet halten



Linz (APA) - Ein Papageienbesitzer, dem von der Behörde die Haltung seiner Tiere im Wohngebiet untersagt worden war, darf diese nun doch behalten. Das Landesverwaltungsgericht (LVwG) Oberösterreich hat den entsprechenden Bescheid aufgehoben.

Der Bürgermeister einer Gemeinde im Bezirk Linz-Land hatte dem Vogelfreund nicht erlaubt, seine Graupapageien und Ziegensittiche bei sich zu Hause zu halten, und das damit begründet, dass sein Grundstück als Wohngebiet gewidmet sei. Der Mann erhob Beschwerde beim LVwG. Dieses befasste sich zunächst mit der Frage, ob man Papageien grundsätzlich in einem Wohngebiet halten darf.

Das Gericht kam zur Ansicht, dass Papageienvögel - anders als Nutztiere - typischerweise im Haushalt leben und ihre artgerechte Haltung daher durch tierschutzrechtliche Vorschriften gewährleistet sei. Würden diese Vorgaben - im Fall von Papageien darf man die Vögel etwa nicht einzeln halten - verletzt oder das Grundstück hauptsächlich zur Tierhaltung oder -züchtung verwendet werden, so wäre das nach Ansicht des LVwG keine typische Haltung im Haushalt mehr. All das sei aber im vorliegenden Fall nicht gegeben gewesen. Daher darf der Beschwerdeführer seine Papageien weiter behalten.

Das LVwG wies zur Veranschaulichung auch auf zwei weitere Urteile hin: Eine Oberösterreicherin, die auf einem als Bauland-Wohngebiet gewidmeten Grundstück Hühner gehalten hatte, war damit im Vorjahr beim Verwaltungsgerichtshof abgeblitzt und musste Federvieh samt Stall entfernen. Die Haltung von Giftschlangen in einem Wohnhaus hat das LVwG hingegen bereits 2014 als „aus raumordnungsrechtlichen Überlegungen nicht kategorisch unzulässig“ bewertet.




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