Letztes Update am Mi, 08.05.2019 13:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Protestbewegung im Sudan wirft Militärführung Verzögerungstaktik vor



Khartum (APA/AFP) - Die Protestbewegung im Sudan hat der Militärführung eine Verschleppung des Übergangsprozesses hin zu einer zivilen Regierung vorgeworfen. Die Militärs versuchten, die „Verhandlungen zu verlängern“ und „nicht in Richtung eines Übergangs“ hinzuwirken, erklärte die Organisation Bündnis für Freiheit und Wandel am Mittwoch.

Die Führer der Protestbewegung riefen den Militärrat nachdrücklich zu einem „Abkommen für einen Machtübergang auf“. Der Militärrat hatte die jüngsten Vorschlägen der Demonstranten zwar nach eigenem Bekunden akzeptiert, aber zugleich „große Zurückhaltung“ geäußert.

In den festgefahrenen Verhandlungen zwischen Demonstranten und Militärführung hatten Vermittler zuletzt die Bildung zweier Übergangsräte vorgeschlagen: einen unter Leitung des Militärs, der andere unter Leitung der Zivilisten. Der neue Militärrat sollte demnach für die Sicherheit zuständig sein. Bei den Vermittlern handelt es sich um Geschäftsmänner, Journalisten und Prominente der sudanesischen Gesellschaft.

Ob beide Seiten dem Vorschlag zustimmen oder an einem gemischt besetzten Komitee festhalten, war jedoch unklar. Ende April hatten die Protestbewegung und die Militärführung ein gemischtes Gremium zur Beratung über einen Ausweg aus der politischen Krise des Landes beschlossen, konnten sich aber nicht über dessen Zusammensetzung einigen.

Am 11. April war der seit drei Jahrzehnten autoritär im Sudan herrschende Staatschef Omar al-Bashir nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde der Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung fordert jedoch einen wirklichen Machtwechsel.




Kommentieren