Letztes Update am Mi, 08.05.2019 13:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SPD-Generalsekretär: Kramp-Karrenbauer zu „rückwärtsgewandt“



Berlin (APA/AFP) - Der deutsche SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer einen rückwärtsgewandten Kurs vorgeworfen und ihr Chancen auf das Kanzleramt abgesprochen. „Ich sehe nicht, dass jemand, der so rückwärtsgewandt agiert, Kanzlerin in diesem Land werden kann“, sagte Klingbeil der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Mittwoch.

Es sei offensichtlich, wohin es mit dem Koalitionspartner CDU unter der neuen Chefin gehe, „zurück und nach rechts“. Tagelang habe Kramp-Karrenbauer sich zudem an Juso-Chef Kevin Kühnert wegen dessen Sozialismus-Äußerungen festgebissen. „Angela Merkel ist deutlich souveräner mit solchen Situationen umgegangen“, sagte Klingbeil mit Blick auf die Regierungschefin. Merkel hatte im Vorjahr den CDU-Vorsitz an Kramp-Karrenbauer abgegeben.

Von der eigenen Partei verlangte der Generalsekretär mehr Einigkeit in der Debatte um Kühnerts Enteignungsthesen. „Was einer Partei schadet, ist fehlende Geschlossenheit“, sagte er. „Und da waren einige Tweets und Kommentare in den letzten Tagen nicht unbedingt hilfreich.“

Klingbeil selbst hatte sich vergangene Woche von der Forderung des Juso-Chefs distanziert, Großunternehmen wie den Automobilkonzern BMW zu kollektivieren. Kühnert habe über eine „gesellschaftliche Utopie“ gesprochen. „Diese ist nicht meine und auch keine Forderung der SPD“, hatte er betont.




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