Letztes Update am Mi, 08.05.2019 13:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

Leiharbeit boomt: Personalbereitsteller mit rund 90.000 Mitarbeitern

Die Zahl der Zeitarbeiter habe sich binnen 30 Jahren, seit Inkrafttreten des Arbeitkräfteüberlassungsgesetzes im Jahr 1988, mehr als verzehnfacht.

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Wien – Leiharbeit boomt in Österreich. Zuletzt seien bei Personalbereitstellern knapp über 90.000 Personen in rund 2.200 Unternehmen beschäftigt gewesen, Tendenz weiter steigend, teilte der Fachverband der gewerblichen Dienstleister am Mittwoch mit. Die Arbeitskräfteüberlasser trügen damit wesentlich dazu bei, dass die Wirtschaft ihren Bedarf an Arbeitskräften decken könne.

Die Zahl der Zeitarbeiter habe sich binnen 30 Jahren, seit Inkrafttreten des Arbeitkräfteüberlassungsgesetzes im Jahr 1988, mehr als verzehnfacht. Mehr als 50 Prozent der Beschäftigten wechselten aus der Überlassung in ein fixes Arbeitsverhältnis. Insgesamt gibt es in Österreich rund 3,8 Millionen unselbstständig Beschäftigte.

Sprungbrett in fixes Arbeitsverhältnis

Das aktuelle Hoch verstärke aber nur einen langfristigen Aufwärtstrend, wie eine vom Fachverband in der Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Verband „Österreichische Personaldienstleister“ in Auftrag gegebene und soeben veröffentliche wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich“ ergeben habe.

Erich Pichorner, Bundesvorsitzender der Personaldienstleister und Manpower-Geschäftsführer, erklärte zur Bedeutung der Branche für den Arbeitsmarkt: „Diese geht weit über den direkten Effekt durch die stark steigende Beschäftigtenzahl in unseren Unternehmen hinaus. Noch viel wichtiger ist, dass die Beschäftigung in Arbeitsüberlassungsunternehmen für mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter zum Sprungbrett in ein fixes Beschäftigungsverhältnis bei einem der Unternehmen wird, für die sie ursprünglich als überlassene Arbeitskräfte tätig waren.“ Für die Arbeitgeber seien gerade in starken Konjunkturphasen überlassene Arbeitskräfte oft die einzige Möglichkeit, rasch dringend benötigte Mitarbeiter zu finden.

Die Entwicklung der Branche ist für Pichorner auch ein Resultat einer gelungenen Zusammenarbeit der Sozialpartner. „Ursprünglich wurde die Arbeitskräfteüberlassung von den Gewerkschaften sehr skeptisch und als Möglichkeit zum Unterlaufen von Kollektivverträgen betrachtet.“ Mit dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz und dem Kollektivvertrag sei ein Wandel eingeleitet worden, „der das Vertrauen in die Branche sowohl bei den Kunden als auch bei Mitarbeitern gestärkt hat“. (APA)