Letztes Update am Do, 09.05.2019 10:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neues Notfallpaket soll Alltag von CED-Betroffenen erleichtern



Wien (APA) - Ein neu konzipiertes Notfallpaket für Menschen, die unter einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) leiden, will verstärkt auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen und sie in puncto Hygiene im Alltag zielgerichtet unterstützen. Das Paket könne individuell angepasst werden, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der Initiatoren im Vorfeld des Welt-CED-Tag am 19. Mai.

Rund 80.000 Österreicher leiden an einer CED, immer öfter sind Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. CED wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lösen in verschiedenen Ausprägungen Entzündungen im Verdauungstrakt aus. Die Erkrankungen sind chronisch und nicht heilbar, mit einer adäquaten Therapie aber gut behandelbar. Betroffene sind im Alltag mit zahlreichen Herausforderungen und Tabus konfrontiert. Gerade der Druck, häufig und manchmal unkontrolliert auf die Toilette gehen zu müssen, kann die Ausbildung, Arbeit oder Freizeitgestaltung der Patienten enorm einschränken. Die Belastungen sind nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf psychischer Ebene hoch, insbesondere wenn es um die damit verbundene Körperhygiene geht.

Vor allem eine schnell verfügbare Toilette und dort die notwendigen Hygieneartikel gehören zu den dringlichsten Bedürfnissen der Betroffenen. Das neue Notfallpaket beinhaltet dementsprechend Feuchttücher, ein Desinfektionstuch, Wundsalbe, ein Plastiksackerl für Schmutzwäsche, Taschentücher und eine Netzunterhose.

Entwickelt wurde es vom biopharmazeutischen Unternehmen AbbVie in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Morbus-Crohn-Colitis-ulcerosa-Vereinigung (ÖMCCV), der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie des Wiener AKH und dem Sanitär- und Heizungsgroßhändler Holter. Produziert wurden die Notfallpakete vom gemeinnützigen Verein WienWorks. Mit Ende Mai sollen insgesamt 1.000 Taschen an die ÖMCCV und ausgewählten CED-Ambulanzen übergeben werden.

Der Fokus bei der Entwicklung sei auf Funktionalität und Diskretion gelegt worden, so die Initiatoren. Aufgrund seiner Größe finde das Paket Platz in der Handtasche, zudem sei es bei 40 Grad waschbar sowie individuell erweiter- und wiederbefüllbar. „Als Betroffene weiß ich aus eigener Erfahrung, wo die größten Herausforderungen im Leben mit einer CED liegen. Das CED-Notfallpaket trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei und ist zugleich eine psychologische Stütze - quasi ein emotionales Sicherheitsnetz - weil man weiß, dass man alle notwendigen Dinge damit bei sich hat,“ erklärte Evelyn Groß, die Präsidentin der ÖMCCV.




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