Letztes Update am Do, 09.05.2019 12:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


CRIF - Fast alle Onlinehändler beklagen Betrugsversuche ihrer Kunden



Wien (APA) - Neun von zehn Onlinehändlern im deutschsprachigen Raum haben schon Betrugsversuche ihrer Kunden erlebt. Die Bandbreite geht von falscher Identität bis zur Bestellung ohne zahlungsfähig zu sein. Basis ist eine Befragung von rund 120 Online- und Versandhändlern in Österreich, Deutschland und der Schweiz durch die Wirtschaftsauskunftei CRIF.

In Österreich gaben diesmal 87 Prozent der Befragten an, sie seien von einem Betrugsfall betroffen gewesen - vor einem Jahr waren es erst 79 Prozent. Trotzdem scheint es den Unternehmen in Österreich noch eine Spur besser zu gehen als in der Schweiz (92 Prozent erlebten Betrug) oder Deutschland (97 Prozent). Mehr als die Hälfte der Händler in Österreich und Deutschland haben einen Anstieg bei Betrug wahrgenommen, in der Schweiz gilt dies für knapp die Hälfte.

„Es gibt mittlerweile kaum noch Onlinehändler, die nicht schon finanzielle Einbußen durch organisierten Betrug hinnehmen mussten. Die Methoden der Betrüger werden dabei immer professioneller und schwerer zu durchschauen. Gerade deshalb sollten auf jeden Fall Präventionsmaßnahmen gesetzt werden“, empfiehlt Gerald Sebastian Eder, Head of Business Development E-Commerce bei CRIF. Trotz hoher Betrugsrate nutzten mehr als 80 Prozent der Händler manuelle Prüfsysteme statt automatisierter, kritisiert CRIF.

In Österreich sind demnach die Angabe verfälschter Identität oder die Nutzung einer fremden Identität die häufigsten Betrugsformen. Verfälschte Namens- oder Adressdaten haben in Österreich alle von Betrugsversuchen Betroffenen erlebt, 85 Prozent waren schon damit konfrontiert, dass sich ein Kunde als eine komplett andere reale Person ausgegeben hatte. Drei Viertel haben schon erlebt, dass Kunden bestellt haben, obwohl sie wussten, dass sie die Rechnung nicht bezahlen können. Häufiger als in Deutschland und der Schweiz werden in Österreich fiktive Zahlungsdaten angegeben. Knapp die Hälfte der Online-Händler in Österreich hat einen Schaden von zumindest 10.000 Euro erlitten.




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