Letztes Update am Do, 09.05.2019 13:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Staatsoper wird 150 - Die Uraufführungen im Haus am Ring



Wien (APA) - Die Wiener Staatsoper mit ihrem gewaltigen Repertoirebetrieb ist kein Opernhaus mit dezidierter Uraufführungstradition. Unter den rund 60 Werken, die im Haus am Ring zum ersten Mal erklungen sind, zählen einige wenige zu Meilensteinen des Genres: darunter freilich die „Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss vor genau 100 Jahren, die auch zu den Feierlichkeiten am 25. Mai glanzvolle Premiere hat.

Strauss, Ko-Direktor des Hauses ab 1919, brachte hier auch die zweite Fassung seiner „Ariadne auf Naxos“, ebenso wie sein Ballett „Schlagobers“ heraus. Zuvor war der damals noch als Hofoper firmierende Musiktempel bereits Uraufführungsort von Massenets „Werther“ (1892) sowie im selben Jahr von Johann Strauß‘ „Ritter Pasman“.

Unter der Direktion von Gustav Mahler kam 1900 Alexander von Zemlinskys spätromantische Märchenoper „Es war einmal...“ zur Uraufführung, noch vor der Nazi-Zeit erlebte das Haus auch die erste szenische Produktion von Igor Strawinskys „Oedipus rex“.

Mit „Besuch der alten Dame“ und „Kabale und Liebe“ in nur fünf Jahren gleich zweimal uraufgeführt wurde in den 1970er Jahren Gottfried von Einem. An Uraufführungen reich erwies sich schließlich die lange Ära Ioan Holender, der mit „Gesualdo“ von Alfred Schnittke, „Riese vom Steinfeld“ von Friedrich Cerha und „Medea“ von Aribert Reimann mehrere Größen der Gegenwartsmusik für neue Stücke verpflichtete.

Mit „Die Weiden“ von Johannes Maria Staud fand 2018 die jüngste Uraufführung - und in der Direktion Meyer die erste für erwachsenes Publikum - an der Staatsoper statt. Heuer im Dezember steht Olga Neuwirths „Orlando“ im Kalender.

Im Folgenden eine Auswahl von Uraufführungen der vergangenen 150 Jahre:

~ 1875 „Die Königin von Saba“ Karl Goldmark 1892 „Ritter Pasman“ Johann Strauß 1892 „Werther“ Jules Massenet 1900 „Es war einmal...“ Alexander von Zemlinsky 1913 „Das Spielwerk und die Prinzessin“ Franz Schreker 1914 „Notre Dame“ Franz Schmidt 1916 „Ariadne auf Naxos II“ Richard Strauss 1919 „Die Frau ohne Schatten“ Richard Strauss 1922 „Schlagobers“ Richard Strauss 1928 „Oedipus rex“ (szenische UA) Igor Strawinsky 1934 „Giuditta“ Franz Lehar 1942 „Hansi fliegt zum Negerkral“ Rudolf Kattnigg 1955 „Der Mohr von Venedig“ Erika Hanka / Boris Blacher 1956 „Der Sturm“ Frank Martin 1971 „Besuch der alten Dame“ Gottfried von Einem 1976 „Kabale und Liebe“ Gottfried von Einem 1990 „Kehraus um St Stephan“ Ernst Krenek

(Festwochen-Koproduktion im

Ronacher) 1995 „Gesualdo“ Alfred Schnittke 2002 „Riese vom Steinfeld“ Friedrich Cerha 2010 „Medea“ Aribert Reimann 2015 „Fatima“ Johanna Doderer 2018 „Die Weiden“ Johannes Maria Staud ~




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