Letztes Update am Do, 09.05.2019 13:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


OeNB-Vize Ittner: Finanzregulierung in EU soll weniger komplex werden



Wien (APA) - Die Regulierung der Finanzmärkte in der EU soll mittelfristig weniger komplex werden, jedoch ohne das Systemrisiko zu erhöhen, sagte OeNB-Vize-Gouverneur Andreas Ittner in einer Rede im Rahmen der Konferenz der OeNB „Financial stability in 2030“ am Donnerstag. Die Konferenz widmet sich vor allem Vorschlägen für eine Neuordnung der Anreizstruktur im Finanzsystem.

Eine wichtige Aufgabe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) sei es, für eine effektive Regulierung der Finanzmärkte zu sorgen. Dabei soll die Stabilität des Bankensektors gewährleistet und verbessert, die Komplexität des Regelwerks aber nicht zu hoch werden, so Ittner. Nach der Finanzkrise sei der Rahmen zwar deutlich verbessert worden, aber auch deutlich komplexer geworden. Regulatorische Komplexität verursache jedoch Kosten für Banken, Investoren sowie für die überwachenden Organe und erhöhe zudem den Druck, den Sektor wieder zu deregulieren.

Das Ziel sollte es daher sein, das Regelwerk mittelfristig wieder weniger komplex zu gestalten. Da Ittner die Wurzel der Komplexität in widersprüchlichen Anreizen für Banken im Bezug auf ihren Verschuldungsgrad ortet, müssten dafür seiner Meinung nach diese Fehlanreize abgebaut werden. So könnten auch negative Auswirkungen einer scheiternden Bank auf das Finanzsystem und auf die gesamte Realwirtschaft stark reduziert werden. Dafür brauche es jedoch solide Kapitalpuffer, ein robustes Einlagensicherungssystem und eine gute Abwicklungsplanung, sagte Ittner. Um eine Reform der Finanzregulierung auch erfolgreich umsetzen zu können, fordert der Vize-Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in seiner Rede zudem eine EU-Initiative, die „das Problem nachhaltig angeht“.

~ WEB http://www.oenb.at/ ~ APA303 2019-05-09/13:06




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