Letztes Update am Do, 09.05.2019 13:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Studie - Neue US-Zölle Hemmschuh für Wachstum der Weltwirtschaft



Berlin (APA/Reuters) - Die von US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit China angekündigten Importzölle werden die Weltwirtschaft nach Berechnungen der Allianz-Tochter Euler Hermes hart treffen. Damit lägen die durchschnittlichen US-Importzölle oberhalb der Sechs-Prozent-Grenze, was sich noch deutlich negativer als bisher auf den Welthandel und das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirken würde.

Ein solcher Schritt der USA würde demnach in den kommenden zwei Jahren das Wachstum des weltweiten BIP um 0,5 Prozentpunkte kappen. Beim Welthandel wären es im selben Zeitraum sogar zwei Prozentpunkte, heißt es in einer Analyse des Kreditversicherers, die Reuters am Donnerstag exklusiv vorab vorlag.

Trump hat damit gedroht, in der Nacht zu Freitag Importzölle auf chinesische Produkte im Volumen von 200 Mrd. Dollar (178,5 Mrd. Euro) von bisher zehn auf 25 Prozent zu erhöhen. Die Aussichten sind laut Euler Hermes düster: „Wir haben dann einen waschechten Handelskonflikt mit Potenzial zum Handelskrieg“, so Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. Falls die US-Regierung noch weiter gehe und zusätzliche Zölle auf importierte chinesische Waren im Wert von 325 Mrd. Dollar und auf Automobilimporte im Wert von rund 200 Mrd. Dollar erheben sollte, wäre das definitiv der Startschuss für einen regelrechten Handelskrieg, so Subran: „Durchschnittlich zwölf Prozent Zölle würden die USA dann auf importierte Güter erheben. Das weltweite BIP würde dann um satte zwei Prozentpunkte rasiert, der Welthandel würde sogar schrumpfen.“

Seit Juli 2018 überziehen sich China und die USA mit immer höheren Zöllen, was die Weltwirtschaft bereits bremst. Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums kündigte an, das Land werde seine Interessen verteidigen und habe die Mittel, um dies zu tun.




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