Letztes Update am Do, 09.05.2019 16:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mordprozess in Wels 2 - Urteil am Abend



Bad Schallerbach/Wels (APA) - Am späten Nachmittag haben sich die Geschworenen zur Beratung zurückgezogen. Sie müssen entscheiden, ob der Angeklagte einen Mord oder einen Totschlag begangen hat. Das Urteil wird für den Abend erwartet.

Die Staatsanwältin sieht in der Tat einen Mord. Sie führte in ihrem Schlussplädoyer aus, dass die SIM-Karte und der Akku aus dem Handy des Angeklagten gerissen und in der Wohnung des Opfers entsorgt worden seien - und zwar wenige Minuten, bevor Nachbarn einen Hilfeschrei hörten und die Polizei riefen. Das und, dass der Angeklagte das geliehene Auto, mit dem er nach Österreich gekommen war, einfach verkauft und Papiere sowie Kennzeichen ebenfalls weggeworfen habe, spreche eindeutig für eine geplante Tat.

Die Verteidigerin geht hingegen von einem Totschlag aus, denn „es gibt kein Motiv“ für einen Mord. Es habe sich vielmehr um einen „unfassbaren Ausbruch von Wut, Zorn, Enttäuschung und Aggression“ gehandelt. Zuvor hatten noch Zeugen aus der Familie, deren Aussagen teilweise vom Gericht verlesen wurden, berichtet, dass es in der Ehe des Angeklagten und des späteren Opfers schon seit Jahren Probleme und auch Gewalt gegeben habe. Der Mann hat deswegen in Kroatien bereits eine Verurteilung ausgefasst.




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