Letztes Update am Do, 09.05.2019 18:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen schließen mit sehr herben Verlusten



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag mit sehr herben Verlusten aus dem Handel gegangen. Begründet wurde dies hauptsächlich mit dem wieder aufgeflammten Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik China. Konjunkturdaten blieben weitgehend unbeachtet. Der Euro-Stoxx-50 fiel um satte 1,95 Prozent auf 3.350,71 Zähler.

Ungeachtet der heute anlaufenden Handelsrunde machte die US-Regierung die angekündigte Erhöhung von Sonderzöllen für Einfuhren aus China offiziell. In einem am Donnerstag herausgegebenen Dokument im Federal Register hieß es, der US-Handelsbeauftragte habe eine Direktive von Präsident Trump umgesetzt und beschlossen, die Zölle auf Waren in Höhe von 200 Mrd. US-Dollar von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen.

Konjunkturdaten diesseits des Atlantiks blieben aufgrund dessen überwiegend unbeachtet. Lediglich die veröffentlichte US-Handelsbilanz gewährte einen Einblick in die Handelssituation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Das von US-Präsident Donald Trump kritisierte Defizit im Warenhandel mit der Volksrepublik sank allerdings auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Unternehmensseitig setzten unterdessen frische Zahlenvorlagen Impulse. So startete die größte italienische Bank UniCredit wegen Sondereffekten und Einsparungen mit einem Gewinnsprung ins Jahr: Der Nettogewinn legte im ersten Quartal um 24,7 Prozent zu. UniCredit sackten jedoch in einem negativen Börsenumfeld um 2,69 Prozent ab. Auch die italienische Banco BPM hatte vor Börseneröffnung Quartalszahlen vorgelegt: Die Titel des Geldhauses schlossen in Mailand um satte 8,16 Prozent tiefer.

In Deutschland verdiente die Deutsche Telekom (minus 0,56 Prozent) zu Jahresbeginn vor allem aufgrund des US-Geschäfts operativ mehr. Das um Sondereffekte und die neue Leasing-Bilanzierung bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im ersten Quartal um 8,3 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro.

HeidelbergCement erhöhten sich in Frankfurt um 0,46 Prozent. Der recht milde Winter und eine starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen verhalfen dem deutschen Baustoffkonzern zu einem dynamischen Start ins neue Jahr. Im normalerweise saisonal eher schwachen ersten Quartal konnte die Nummer zwei der Branche ihren Umsatz um 17 Prozent ausbauen.

Die Anteilsscheine von ArcelorMittal verloren wiederum 6,09 Prozent. Der weltgrößte Stahlhersteller bekam die zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Bedingungen in der Branche zu spüren. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank im ersten Quartal um mehr als ein Drittel auf 1,65 Mrd. US-Dollar.

Aktien der Zurich Insurance Group gaben um 1,66 Prozent nach. In der größten Sparte Schaden- und Unfallversicherung des Konzerns seien die Prämien um zwei Prozent zurückgegangen, teilte der Schweizer Versicherungskonzern mit.

In London gingen die Papiere der BT Group um 3,88 Prozent tiefer aus dem Handel. Der Konzern hatte seinen Jahresabschluss vorgelegt, der wohl enttäuschen aufgenommen wurde.

Erneut brachte auch die Champions League Bewegung. Die Anteilsscheine von Ajax Amsterdam reduzierten sich einen Tag, nachdem der Klub aus der Meisterklasse ausgeschieden war, um klare 20 Prozent.

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Index Aktuell Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX 3.016,00 -73,34 -2,37 3.089,34 Frankfurt DAX 11.973,92 -206,01 -1,69 12.179,93 London FTSE-100 7.207,41 -63,59 -0,87 7.271,00 Paris CAC-40 5.313,16 -104,43 -1,93 5.417,59 Zürich SPI 11.419,83 -227,17 -1,95 11.647,00 Mailand FTSEMIB 20.817,16 -386,70 -1,82 21.203,86 Madrid IBEX-35 9.095,20 -131,80 -1,43 9.227,00 Amsterdam AEX 549,59 -9,34 -1,67 558,93 Brüssel BEL-20 3.492,39 -82,47 -2,31 3.574,86 Stockholm SX Gesamt 1.596,69 -26,68 -1,64 1.623,37 Europa Euro-Stoxx-5 3.350,71 -66,55 -1,95 3.417,26

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Euro-Stoxx 366,33 -7,07 -1,89 373,40 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA487 2019-05-09/18:13




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