Letztes Update am Do, 09.05.2019 19:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Börsen im Verlauf weiter im Minus



New York (APA) - Die US-Börsen haben am Donnerstag im Verlauf weiter im Minus notiert. Weiterhin sorgte der Handelskonflikt zwischen China und den USA für Unsicherheit unter den Anlegern. Daneben sorgte ein schwacher Geschäftsausblick von Intel für getrübte Stimmung.

Der Dow Jones lag gegen 18.55 Uhr 0,69 Prozent im Minus und stand damit bei 25.789,44 Punkten. Der marktbreite S&P-500 verlor 0,44 Prozent auf 2.866,85 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel um 0,51 Prozent auf 7.903,30 Einheiten.

Die USA haben die von Präsident Donald Trump angekündigte Erhöhung von Sonderzöllen für Einfuhren aus China offiziell gemacht. In einem am Donnerstag veröffentlichten Dokument im Federal Register - dem US-Gesetzblatt - heißt es, der US-Handelsbeauftragte habe eine Direktive von Präsident Trump umgesetzt und beschlossen, die Zölle von 10 auf 25 Prozent zu erhöhen. Betroffen sind von Freitag an Wareneinfuhren im Wert von 200 Mrd. Dollar (178,5 Mrd. Euro). Allerdings wurde in einem Passus auch erwähnt, dass bestimmte Waren auf Antrag ausgenommen werden können.

Auch verbal haben beide Seiten vor möglicherweise entscheidenden neuen Gesprächen den Druck erhöht. Peking wies Vorwürfe aus Washington zurück, sich nicht an bereits gemachte Zusagen zu halten und betonte, nicht vor dem „Druck zu kapitulieren“. US-Präsident Donald Trump hatte dem Land zuvor offen vorgeworfen, das geplante „Abkommen gebrochen“ zu haben.

Unterdessen ist das von Trump beanstandete Defizit im Warenhandel mit der Volksrepublik auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Es sank im März um 16,2 Prozent auf 20,7 Mrd. Dollar, wie das Handelsministerium am Nachmittag mitteilte.

Auf Unternehmensseite rückte Intel in den Mittelpunkt. Der Halbleiterkonzern erwartet für die nächsten drei Jahre ein Umsatzwachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Dabei werde sich das Geschäft mit Chips für PCs stabil bis leicht rückläufig entwickeln, teilte der Konzern auf einer Analystenkonferenz mit. Intel hatte erst Ende April seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt, nachdem das Geschäft mit Chips für Rechenzentren zuletzt erstmals seit Jahren zurückging. Die Aktie rutschte mit einem Minus von 4,33 Prozent ans untere Ende des Dow Jones ab.

Außerdem legte der Unterhaltungsriese Walt Disney Quartalsergebnisse vor. In den drei Monaten bis Ende März stiegen die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um knapp drei Prozent auf 14,9 Mrd. Dollar. Dabei profitierte der Umsatz bereits von der Übernahme großer Teile des Rivalen 21st Century Fox, die sich zum Quartalsende erstmals in der Bilanz bemerkbar machte. Der Gewinn stieg um über 85 Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar. Allerdings ist der Vergleichswert wegen hoher Sonderfaktoren aufgrund der Fox-Übernahme verzerrt. Die Disney-Aktien notierten im Verlauf um 0,61 Prozent tiefer.

An die Spitze des Dow setzten sich dagegen die Aktien von Chevron mit einem Plus von 2,62 Prozent. Im Bieterkampf um das Ölförderunternehmen Anadarko warf der Ölkonzern das Handtuch und kündigte stattdessen eine Ausweitung seines Aktienrückkaufprogramms an. Kreisen zufolge hatte Anadarko gehofft, dass Chevron den Bieterwettkampf weiter vorantreibt, nachdem Occidental Petroleum eingestiegen und mit seinem Gebot Chevron ausgestochen hatte. Die Titel von Anadarko gaben um über drei Prozent nach, jene von Occidental Petroleum um fast sechs Prozent.

~ ISIN US2605661048 US6311011026 US78378X1072 ~ APA516 2019-05-09/19:06




Kommentieren