Letztes Update am Fr, 10.05.2019 01:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-US-Geheimdienstler soll Dokumente weitergegeben haben



Washington (APA/dpa) - Die US-Justizbehörden haben Anklage gegen einen früheren US-Geheimdienstmitarbeiter erhoben, der geheime Informationen zu US-Drohnenangriffen weitergegeben haben soll. Das Justizministerium teilte mit, der 31-Jährige sei am Donnerstag festgenommen worden. Er werde beschuldigt, im April 2013 zu einem Reporter Kontakt aufgenommen zu haben.

Der Angeklagte habe dem Journalisten und dessen Medium danach insgesamt 17 Dokumente zukommen lassen, von denen elf als geheim oder streng geheim eingestuft gewesen seien. Das Medium - das nicht genannt wurde - habe die Dokumente ganz oder teilweise veröffentlicht.

Die Beschreibung passen zu einer Serie von Artikeln des US-Portals „The Intercept“. Die Enthüllungsplattform hatte über den umstrittenen Drohnenkrieg der USA unter Präsident Barack Obama gegen Extremisten etwa in Afghanistan und Pakistan berichtet. „The Intercept“ teilte am Donnerstag mit, man äußere sich nicht zur Identität von anonymen Quellen. Das Portal kritisierte allerdings die Festnahme. Die Dokumente hätten ein geheimes Verfahren beschrieben, um Menschen außerhalb der USA durch Drohnenangriffe zu töten.

„The Intercept“ hat in der Vergangenheit bereits mehrmals geheimes US-Material veröffentlicht. Neben dem nun angeklagten 31-Jährigen sind zwei weitere Menschen in den USA inhaftiert, weil sie dem Portal Informationen weitergegeben haben sollen.

Zu den Mitgründern von „The Intercept“ gehört der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald, der maßgeblich an der Aufarbeitung der Unterlagen des Informanten Edward Snowden beteiligt war. Snowden hatte Journalisten 2013 im großen Stil vertrauliche Dokumente über massive Abhörpraktiken des US-Geheimdienstes NSA und anderer Dienste zugespielt.




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