Letztes Update am Fr, 10.05.2019 06:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Börsenneuling Wolftank-Adisa wächst in China kräftig



Peking/Innsbruck (APA) - Das Tiroler Unternehmen Wolftank-Adisa, seit Jänner in Wien an der Börse, wächst kräftig. Einen wichtigen Teil des Geschäfts verdankt das auf die Sanierung von Tanks und Böden spezialisierte Unternehmen der erst 2018 gegründeten Tochter in China. Dort gab es im ersten Halbjahr schon 8 Mio. Euro Umsatz, sagte Firmenchef Peter Werth im Gespräch mit APA und Tiroler Tageszeitung.

„Wir haben in China gute Erfahrungen gemacht“, so Werth. Die 100-Prozent-Tochter in Shanghai wurde ohne chinesischen Partner gegründet, die Bank of China half dabei. Dass Technologie gestohlen würde, sei kein Thema, Wolftank-Adisa macht aber selber Technologie-Transfer indem Mitarbeiter in China geschult werden. In ganz China arbeiten inzwischen sechs Partnerfirmen mit 300 Mitarbeitern mit der Technologie des Innsbrucker Unternehmens. Derzeit seien 40 Baustellen gleichzeitig in Arbeit, vor allem für die chinesischen Ölriesen Sinopec und Petrochina. „Die haben zusammen mehr Tankstellen als ganz Europa“, stellt Werth die Dimensionen klar.

Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, mit selber entwickelten Epoxy-Harzen in alten Tanks innen eine zweite Hülle anzubringen und so ihre Lebensdauer zu verlängern. Zwischen erster und zweiter Hülle entsteht dabei ein Vakuum. Das garantiert die Dichte und kann aus der Ferne überwacht werden, sodass Lecks sofort entdeckt werden. Zusätzlich zur Sanierung von Tanks übernimmt Wolftank-Adisa auch die Sanierung von Rohren. „Rohre sind auch nur lange dünne Tanks“, so Werth dazu.

China habe die EU-Norm für Tanks „praktisch 1:1 übernommen“, so Werth, das helfe ihm sehr. In ganz China gelte nun die gleiche Norm. Das mache die Arbeit in China einfacher als in Europa, wo zusätzlich zur EU-Norm noch nationale Bestimmungen gelten.

Der andere Spezialbereich, die Sanierung von Böden nach der Verunreinigung mit Chemikalien, wird in China vorerst noch nicht angeboten, soll aber bald mit konkreten Projekten starten. Die Provinz Hangzhou etwa plane, entlang dem Fluss auf jeder Seite einen Kilometer frei zu räumen und dafür auch dortige Industrieanlagen zu entfernen. Dafür gebe es Geld vom Staat und Wolftank-Adisa werde sich für Teilprojekte bewerben. Auch hat Werth anlässlich der China-Reise von Bundeskanzler Sebastian Kurz mit der Stadtverwaltung von Ningbo eine Absichtserklärung unterzeichnet. Da geht es um die Säuberung von Chemiewerken.

In Österreich, Italien und Deutschland sanieren die Innsbrucker derzeit schon an 300 Baustellen die Böden. In der Regel geht es dabei um Depos und ehemalige Tankstellen, vor allem für Esso und ENI.

Außerdem ist Wolftank-Adisa dabei, sich ein weiteres Standbein mit der Planung von Flüssiggas-Tankstellen (LNG) aufzubauen. Das ist nicht nur in Europa ein Wachstumsmarkt, auch in China soll ein Netz mit 20.000 Flüssiggas-Tankstellen für Lkw entstehen. „Da ist ein halbes Prozent auch schon viel“, so Werth. Wolftank-Adisa baut aber selber weder Tanks noch Tankstellen, sondern liefert das Know-how und verdient an den Harzen, an Lizenzen und am Projekt.

Wolftank-Adisa wird im Mai die endgültigen Jahreszahlen für 2018 veröffentlichen. Laut vorläufigen Zahlen gab es im Vorjahr knapp 42 Mio. Euro Umsatz und einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 1,55 Mio. Euro. Heuer soll demnach der Umsatz auf 45 Mio. Euro steigen, das EBIT auf 2,9 Mio. Euro. Für China alleine erwartet Werth einen Umsatz von 13 bis 14 Mio. Euro. Planen sei aber schwierig, da es meist Rahmenverträge gebe, wann die Dienstleistung konkret abgerufen wird, sei aber nicht vorhersehbar.




Kommentieren