Letztes Update am Fr, 10.05.2019 10:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Internationale Pressestimmen zum Atomkonflikt mit dem Iran



Berlin/München (APA/AFP) - Deutsche Zeitungen schreiben am Freitag zum Atomkonflikt mit dem Iran:

„Süddeutsche Zeitung“ (München):

„Donald Trump agiert ja nicht nur aggressiv in der Welt, sondern reißt auch ein über Jahrzehnte hinweggewachsenes Ordnungssystem ein. Dass die EU plötzlich auf Seiten Russlands und Chinas gegen die USA in Stellung gehen, zeugt von der neuen Zumutung. Welch schwacher Trost, dass der Iran-Vertrag wenigstens ein paar Jahre gehalten hat.“

„Tagesspiegel“ (Berlin):

„Ausgerechnet in dem Moment, da die EU im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran marginalisiert wird, haben sich Europas Staatenlenker zu ihrer Verantwortung auf der Weltbühne bekannt. Während das Iran-Abkommen, an dem die Europäer einen entscheidenden Anteil hatten, zur Makulatur zu werden droht, beschwören die 27 verbleibenden EU-Staaten ihre ‚globale Führungsrolle‘. Deutlicher kann der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit der außenpolitischen Durchsetzungsfähigkeit der EU kaum zum Ausdruck kommen.“

„Junge Welt“ (Berlin):

„Die Europäische Union spricht sich wortreich gegen die Iran-Sanktionen und die Kuba-Blockade der USA aus. Doch konkrete Maßnahmen dagegen gibt es nicht. Während sich die EU selbst am Wirtschaftskrieg gegen Venezuela beteiligt, verkündete Brüssel im Januar zwar, dass man eine Gesellschaft gründen wolle, über die Zahlungen mit Teheran abgewickelt werden können, wenn sich private Banken aufgrund der Strafandrohung aus Washington weigern. Dieses ‚Special Purpose Vehicle‘ gibt es jedoch bis heute nicht. Das war der Grund für Teheran, den teilweisen Rückzug aus dem Atomabkommen anzudrohen - denn warum sollte man sich Verpflichtungen unterwerfen, wenn die versprochenen Gegenleistungen ausbleiben?“




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