Letztes Update am Fr, 10.05.2019 11:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland sieht in Insel-Streit mit Japan erhebliche Unterschiede



Moskau (APA/dpa) - In den seit Jahrzehnten schwierigen Verhandlungen zwischen Russland und Japan über einen Friedensvertrag deutet sich keine schnelle Lösung an. „Die Unterschiede sind immer noch ziemlich beachtlich“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Moskau der Agentur Tass zufolge. Der Chefdiplomat äußerte sich vor Gesprächen mit seinem japanischen Kollegen Taro Kono.

Haupthindernis für einen Vertrag ist, dass Japan und Russland sich um die 1945 am Ende des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetunion besetzte Inselgruppe der südlichen Kurilen am Pazifik streiten. Japan verlangt sie zurück. Beide Länder verständigten sich 2018 darauf, die Gespräche zu intensivieren. Grundlage ist eine japanisch-sowjetische Einigung von 1956, die eine mögliche Rückgabe von zwei der vier Inseln vorsieht.

In den vergangenen Monaten seien zwischen beiden Seiten „die wichtigsten Ansätze geklärt und historische und rechtliche Aspekte erörtert“ worden, sagte Lawrow. Von dem neuerlichen Treffen erhoffe er sich, dass beide Länder die unterschiedlichen Standpunkte besser verstehen. Kono äußerte die Erwartungen, dass eine Lösung gefunden werden könne. Zwischen Moskau und Tokio gibt es auch nach fast 75 Jahren keinen Friedensvertrag.




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