Letztes Update am Fr, 10.05.2019 12:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Guaidós „Botschafter“ in Wien verurteilt Festname von Zambrano



Caracas/Wien (APA) - Der „Botschafter“ des venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó in Österreich, William Dávila Valeri, hat die Festnahme von Edgar Zambrano, stellvertretender Vorsitzender des von der Opposition kontrollierten Parlaments, im Internetportal „Alnavio“ verurteilt. Er forderte „klare und starke Konsequenzen“.

Rund eine Woche nach einem gescheiterten Umsturzversuch in Venezuela war am Mittwoch der enge Mitarbeiter von Oppositionschef und Parlamentspräsident Guaidó verhaftet worden. Zambrano sei am Mittwochabend (Ortszeit) vom Geheimdienst Sebin festgenommen worden, teilte die Nationalversammlung mit. Die EU kritisierte die Festnahme scharf.

Das „Regime“ des linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro habe „alle Grenzen überschritten“, so Dávila gegenüber „Alnavio“. Er sprach vom Vorgehen einer „Diktatur des 19. Jahrhunderts“.

„Als Vizepräsident ist er (Zambrano, Anm.) dafür verantwortlich, alle Funktionen der Nationalversammlung zu übernehmen, falls Guaidó nicht da ist. Und wenn Guaidó nicht da ist, dann ist er auch der Präsident des Landes“, sagte Dávila. „Es gibt eine Reihe von Personen, von denen wir jeden Moment auf eine Verhaftung warten. Wir erwarten sogar die vollständige Auflösung der Nationalversammlung“, warnte Dávila. „Es ist jetzt wichtig, dass das Regime weiß, dass die internationale Gemeinschaft hier ist.“

Seit der Festnahme hat es Dávila zufolge keine Informationen mehr von Zambrano gegeben. Er (Dávila) habe sich mit den Regierungen Österreichs, Sloweniens, der Slowakei und Kroatiens in Verbindung gesetzt, um über die Geschehnisse in Venezuela zu berichten.

Der Emissär Dávila will offiziell als venezolanischer Botschafter in Wien anerkannt werden. Er äußerte aber in einem APA-Interview Verständnis für die Position, ihn zunächst nur als Emissär Guaidos anzusehen. Schließlich wolle die EU diesbezüglich eine einheitliche Position wahren, außerdem komme im Fall Wiens hinzu, dass der Botschafter auch Vertreter bei den internationalen Organisationen sei, sagte er dabei zur APA.

Die USA, viele EU-Staaten - darunter Österreich - und zahlreiche Länder in Lateinamerika haben Guaidó als Interimspräsidenten anerkannt. China, Russland, die Türkei sowie Kuba, Bolivien und Nicaragua hingegen stützen weiterhin Maduro.




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